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03.02.2005, 11:16 - Ausbildungs-Grundsicherung

GEW. Erziehung Wissenschaft
GEW schlägt Ausbildungs-Grundsicherung vor - Bildungsgewerkschaft lehnt Volldarlehens-Modell der Banken ab

Eine Ausbildungs-Grundsicherung für alle jungen Menschen vom 18. Lebensjahr bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorgeschlagen. „Wer die Unabhängigkeit junger Menschen von den Eltern will, muss diese direkt unterstützen und Leistungszahlungen an die Eltern einstellen. Die skandinavischen Länder, die bei den OECD-Studien gut abgeschnitten haben, sind mit diesem Modell seit Jahren sehr erfolgreich“, sagte GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange am Mittwoch in Frankfurt a.M.. Zur Finanzierung der Ausbildungs-Grundsicherung sollten staatliche Transferleistungen wie Kindergeld und Steuerermäßigungen zusammengefasst und umgewidmet werden. Bafög würde weiterhin besonders bedürftigen Studierenden zur Verfügung gestellt. Die Ausbildungs-Grundsicherung käme nicht nur Studierenden zugute, sondern auch jungen Menschen, die eine berufliche Ausbildung machen, bei der keine Vergütung gezahlt wird. „Profitieren würde der zukünftige Krankenpfleger ebenso wie die angehende Physiotherapeutin“, betonte Stange.

Die Finanzierung der Ausbildung über Banken-Volldarlehensmodelle lehnte sie ab. „Das wird für junge Menschen teuer und schreckt Kinder aus sozial schwachen und Mittelschichtfamilien ab. Mit einem Schuldenberg von bis zu 126.000 Euro starten Jungakademiker beispielsweise nach dem Modell der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ins Berufsleben“, hob die GEW-Vorsitzende hervor. In Baden-Württemberg habe die Landesbank einen Zinssatz von deutlich über fünf und bis zu zehn Prozent ins Gespräch gebracht. „Bei diesem Spiel gibt es nur einen Gewinner: die Banken“, sagte die Gewerkschafterin. Sie wies darauf hin, dass bei diesem Modell bisher nicht einmal die Frage der Ausfallbürgschaften geklärt sei. Ein mögliches Einspringen des Bundes wies sie als absurd zurück – gerade vor dem Hintergrund der von den Ländern eingeklagten Eigenverantwortung.

In diesem Zusammenhang machte sie noch einmal dafür stark, dass das Erststudium gebührenfrei bleiben müsse. Stange verwies aber auch darauf, dass gerade bei Ausbildungen im Gesundheitswesen zum Teil hohe Ausbildungsgebühren gezahlt werden müssten. „Die vielen Ungereimtheiten bei der Finanzierung des Bildungswesens zeigen: Wir brauchen endlich ein Gesamtkonzept für die Finanzierung von Bildung vom Kindergarten, über die Schulen und Hochschulen bis in den Weiterbildungsbereich“, unterstrich Stange.

Link: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
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