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24.03.2003, 13:31 - Friedensdemo

Schüler
Friedlicher Marsch durch die Innenstadt

Etwa 25.000 Schüler ziehen in Hamburg in einem friedlichen Marsch durch die Innenstadt. Aufgerufen zu der Kundgebung haben verschiedene Organisatoren. Die Märsche beginnen in Altona, am Stephansplatz, U-Bahn Hamburger Str. und an anderen Stationen. Am Ende der Demo wird die Polizei jedoch von einer Gruppe von 50 "erwachsenen Palästinensern, Kurden und gewaltorientierten Jugendlichen" mit einigen Flaschen und Steinen beworfen.

Gegen 9:00 Uhr versammeln sich die ersten Schüler in der Hamburger Straße. Die Anreise mit der U-Bahn ist schon um diese Urzeit schwierig, obwohl der Protestmarsch erst gegen 9:30 Uhr beginnen soll. Die Züge sind überfüllt, die Menschen stehen dicht an dicht und einige Bahnen haben Schwierigkeiten anzufahren. Das Aussteigen gestaltet sich fast schwieriger als das Einsteigen. Der Bahnsteig ist noch von der vorigen Bahn voll mit Schülern. Bis man aus dem Bahnhof heraus kommt, vergehen 10 Minuten. Schüler begrüßen die Neuankömmlige und sorgen mit Lautsprechern für Stimmung.

Der Marsch muss beginnen, damit neu eintreffende Schüler nachrücken können. An seinem Anfang wird eine selbstgebastelte Friedenstaube (ca. zwei mal drei Meter) aus Styropor hochgehalten. Auf vielen kreativen Plakaten, Schildern und Transparenten bringen die Schüler ihre Wut über den Krieg im Irak zum Ausdruck. Aber auch für andere Dinge setzen sich einige Demonstranten ein, so z.B. für "Bier statt Krieg". Der Weg der Schüler führt auch am Hauptbahnhof vorbei. Was nur wenige Demonstranten aufregt sind die Autos, die dort auf der Straße parken. Die meisten haben aber ihren Spaß und viele Autofahrer unterstützen den Protestmarsch mit lautem Hupen.

Die Polizei muss wieder einmal kritisiert werden, dass sie nicht fähig ist, den Verkehr vernünftig umzuleiten. überall stehen verweifelte Autofahrer in langen Schlangen mit bis zu hundert Fahrzeug.

Die Polizei lässt eine kurzfristig abgesprochene Abweichung von der Maschroute zu und lässt einen Teil der Demonstranten, etwa 8.000, über die Kennedybrücke bis Ecke Alsterufer / Alsterglacis gehen. Zum US-Konsulat kommt natürlich niemand. Und so stehen die Menschen vor einer Absperrung. Eine große Zahl verlässt die Kundgebung. Jetzt sind noch etwa 1000 Teilnehmer vor der Absperrung. Die Polizei Hamburg sagt gegenüber der Presse, dass alle 1000 Personen randalieren würden. Es ist aber tatsächlich nur eine Gruppe von etwa 50 "erwachsenen Palästinensern, Kurden und gewaltorientierten Jugendlichen" die mit einigen Flaschen und Steinen auf die Polizisten werfen. Aber auch die Polizei hilft nicht gerade zur Konfliklösung bei. Einige Beamten sind patzig und geben auf sehr höflich gestellte Fragen, wie z.B., ob die Teilnehmerzahlen schon bekannt seien, merkwürdige Antworten: "Eine Million!" Polizeipräsident Udo Nagel sagt später: "Es ist eine Friedensdemonstration, wir haben uns bewusst zurückgehalten". Nach zwölffacher Warnung und erneuten Provokationen vereinzelter Personen werden die Demonstranten unter Einsatz von mehreren Wasserwerfern in Bewegung gesetzt. 500 Menschen, überwiegend Schüler, werden zum Dammtorbahnhof getrieben. Aus Trotz gegenüber der Polizei wird die Kreuzung Theodor-Heuß-Platz blockiert. Erneut werden Wasserwerfer eingesetzt. Mit einem taktischen Manöver gelingt es schließlich die "Personengruppe" nach und nach aufzulösen.

Insgesamt sind 900 Polizeikräfte im Einsatz, die 36 Personen, darunter auch Schüler, vorläufig festnehmen. 125 Schüler werden eine Stunde lang eingekesselt, gefesselt und abtransportiert, d.h. in Gewahrsam genommen. Es werden drei Polizisten und etliche Demonstranten verletzt.

Die Organisatoren und Demonstranten beklagten, dass die Polizisten zu Gewalt bereit gewesen seien.


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Udo Nagel ist jetzt übrigens Innenminister von Hamburg


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