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07.12.2004, 00:00 - KMK für zweite Liga?

GEW. Erziehung Wissenschaft
GEW: „KMK gibt sich offenbar mit zweiter Liga zufrieden“ - Bildungsgewerkschaft zur Vorstellung der PISA-Ergebnisse

„Offenbar geben sich die Kultusminister mit der zweiten Liga zufrieden“, sagte Marianne Demmer, Schulexpertin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf die Vorstellung der Ergebnisse der PISA-Studie 2003 durch die Kultusministerkonferenz (KMK). Laut OECD-Studie bleibt Deutschland weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, besonders in anregungsarmen Milieus.

„Es hilft Lehrern, Eltern und Schülern nicht weiter, wenn nach den erneut schlechten Ergebnissen qualitative Verbesserungen im deutschen Schulsystem erst in zehn Jahren richtig greifen werden“, betonte Demmer. Sie vermisse „ernsthafte Vorschläge“ der KMK, wie insbesondere schwächere Schüler und Kinder aus Einwandererfamilien kurzfristig unterstützt werden können: „Das ist zynisch. Die jungen Menschen suchen jetzt und nicht am St. Nimmerleinstag einen Ausbildungsplatz.“ Es schade der gesamten Gesellschaft, wenn die Potenziale junger Menschen etwa an Hauptschulen, in denen sich viele Probleme ballen, nicht genutzt werden können.

Demmer erwartet von der KMK eine „Schulvision 2020“: „Wer nicht nur in Sonntagsreden an die Bildungs-Weltspitze will, braucht strategische Ziele, einen klugen Plan und motivierte Mitstreiter.“ In dieser Vision sollten Drei-Jahresziele formuliert werden, damit kurz- und mittelfristige Schritte und Maßnahmen abrechenbar sind. Die GEW bietet bei der Entwicklung ausdrücklich ihre Unterstützung an. „Wenn in zwei Jahren an Gymnasien Leistungsverbesserungen von über 40 Punkten erzielt werden, müssen auch an anderen Schularten größere Fortschritte als bisher möglich sein“, unterstrich die Schulexpertin.

Offensichtlich könne die KMK ihr Schulstruktur-Tabu nicht mehr durchhalten. „Wenn die Anzeichen nicht trügen, kommt in die Debatte um die Schulstrukturen langsam Bewegung. Jetzt müssen die Entscheidungen vorbereitet werden, wie der Übergang vom gegliederten zu einem integrativen Schulsystem bis Klasse 10 zu gestalten ist. Dabei kann Deutschland noch viel von PISA-Sieger Finnland lernen“, sagte die Gewerkschafterin. In diesem Sinne unterstützte sie den Ansatz der KMK, die Lehrerfortbildung auszubauen und das Projekt „Lehren und Lernen in heterogenen Schülergruppen“ anzuschieben.


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