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30.06.2005, 00:01 - Schülerladen in Not

Politik
Mit Platz-Angst in die Sommerferien - Einziger Oberschöneweider Schülerladen von Schließung bedroht

Für die Kinder, Erzieher und Eltern aus dem Oberschöneweider SchülerInnenladen in der Deulstraße 21 beginnen die Sommerferien alles andere als fröhlich und unbeschwert: wie die meisten der 250 Berliner Schülerläden müssen sie zurzeit um die weitere Existenz ihrer Einrichtung bangen. Für den aufstrebenden Stadtteil Oberschöneweide wäre damit in puncto Betreuungsvielfalt ein erst kürzlich begonnener Prozess vielleicht schon wieder zu Ende.

Info: Schülerläden sind kleine, selbstverwaltete Horte, zumeist privater Trägervereine, in denen Grundschulkinder nach der Schule betreut werden. ...mehr
Nach den Ferien sind laut neuem Schulgesetz die Grundschulen für die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder zuständig. Schülerläden haben dann nur noch eine Chance, wenn sie einen Kooperationsvertrag mit einer Grundschule schließen können. Doch die Leitung der Oberschöneweider Edison-Grundschule, bislang engagierter Partner des SchülerInnenladens sieht sich zurzeit außerstande, einen solchen Vertrag abzuschließen, da es u.a. keine verlässlichen Zahlen über den zu erwarten Betreuungsbedarf im Hort der Schule gibt.

Wer sein Kind im Mai diesen Jahres für den SchülerInnenladen anmelden wollte, erhielt beim Nachweis des Betreuungsbedarfs vom Bezirksamt Treptow-Köpenick die Auskunft, dass dort keine Kinder mehr aufgenommen werden dürfen. Der Grund: die Schulkonferenz der Edison-Grundschule hätte sich gegen einen Kooperationsvertrag mit dem Förderverein des SchülerInnenladens positioniert. Eine Nachfrage bei der Gesamtelternvertretung der Schule ergab jedoch, dass die Schulkonferenz keinesfalls einen solchen Beschluss gefasst hat.

Einigkeit im Grundsätzlichen

Seit Februar 2005 ringen die Eltern des SchülerInnenladens und die Schul- und Hortleitung der Edison-Grundschule gemeinsam um eine tragfähige Vereinbarung. Auch die Gesamtelternvertretung der Grundschule votiert für eine Kooperation. Alle waren sich einig, dass der SchülerInnenladen das Gesamtangebot der Grundschule bereichert und unbedingt erhalten werden muss. Zumal nicht nur die räumliche Nähe, sondern auch ein gemeinsamer pädagogischer Ansatz beide Einrichtungen verbindet. In der Grundschule wird seit 1997 in einem besonderen Schulzweig nach der Reformpädagogik von Maria Montessori unterrichtet. Montessori-orientiert arbeitet auch der 2002 in unmittelbarer Nähe der Grundschule eröffnete SchülerInnenladen.

Pädagogik-Plus für Stadtteil im Aufwind

Für den Köpenicker Stadtteil Oberschöneweide bedeutet die Existenz des SchülerInnenladens und eine möglichst breite Vielfalt weiterer pädagogischer Angebote ein großes Plus. Viele junge, berufstätige Familien mit Kindern sind in den vergangenen Jahren hierher gezogen. Sie schätzen die vielfältige Schul-Landschaft und freuen sich auch über die kurzen Schulwege für ihre Kinder. 2001 überzeugte das Konzept des Projekts „SchülerInnenladen Oberschöneweide“ die Bewohnerjury, die über den 500.000 EUR „schweren“ Quartiersfonds für das Quartiersmanagement-Gebiet Oberschöneweide zu entscheiden hatte. 15.000 EURO gab es aus diesem Fonds für die Erstausstattung des ersten und bislang einzigen selbst verwalteten Schülerladens im Stadtteil.

Vier Jahre Eltern-Engagement

Die Idee, einen Schülerladen für Kinder aus der Edison-Grundschule einzurichten, der an den Grundsätzen von Montessori ausgerichtet ist, entstand 2001 aus einer Elterninitiative heraus. An der Grundschule gab es bereits den Montessorizweig, die durch das neue Angebot ergänzt werden sollte. Die neue Betreuungsmöglichkeit entlastete zudem den vorhandenen Hort, der mit mehr als 30 Kindern je Hortnerin damals an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt war. Passende Räume fanden die engagierten Projekt-Eltern unmittelbar neben dem 2001 eingeweihten Themenspielplatz „Schöne Weide“: Die neuen Räume mussten zunächst nach den Anforderungen der Senatsjugendverwaltung umgebaut werden. Mit großem persönlichen Einsatz richteten die Eltern, die sich inzwischen in einem Verein organisiert hatten, den Laden her, besorgten Möbel und Spielgeräte und stellten die Erzieher ein.

Im März 2002 öffnete der SchülerInnenladen seine Türen für 27 Kinder. Am 24. Mai 2002 wurde er schließlich feierlich eingeweiht. Der laufende Betrieb wurde, neben den Kostenbeiträgen der Eltern, von der Senatsjugendverwaltung finanziert.



SchülerInnenladen Oberschöneweide e.V.
Dirk Sarnoch, Vorstandsvorsitzender

Link: Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden
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Donaudampfschiff...
Schöner Bericht!


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