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15.11.2004 - Zu viele und zu wenige zugleich
Sueddeutsche Zeitung
Es fehlen Lehrer, schon heute. Und in den nächsten Jahren wird der Mangel zunehmen. Warum es dennoch arbeitslose Lehrer gibt. Anreiz, Totzeit und negative Rückkopplung - das sind die Strukturmerkmale des so genannten "Schweinezyklus". Der von Statistikern mit diesem Begriff bedachte unwillkommene Wechsel von Überangebot und Mangel bestimmt auch die Arbeitsmarktsituation für Lehrer. Dies ist allgemein bekannt, dennoch steuert die Politik nach Ansicht von Bildungsexperten dem nicht entgegen.

15.11.2004 - Geschummelt? Note 5!
Sueddeutsche Zeitung
Jagdsaison an der Uni: Wie Professoren Plagiate aufspüren. Das waren vielleicht noch Zeiten. Arbeitsreiche Zeiten, mag man vermuten. Zeiten, in denen ein Student mit spitzem Bleistift, Papier und viel Zeit im Gepäck die Bibliotheken abgeklappert hat, um seine Haus-, Magister- oder Examensarbeit vorzubereiten. Im Zeitalter von Laptop, Internet und Co. eine Tugend, die vielen Studenten abhanden gekommen zu sein scheint.

12.11.2004 - Kreatives Schulmanagement
Sueddeutsche Zeitung
Herr Kollegiat, übernehmen Sie! - Oberstufler übernehmen die Pausenaufsicht, Eltern helfen in der Bibliothek aus - mit einem selbstverordneten Programm hofft das Michaeli-Gymnasium, die G8-Einführung und die Arbeitszeiterhöhung der Lehrer irgendwie unter einen Hut zu bringen. Die Kollegstufen-Schüler des Michaeli-Gymnasiums müssen sich auf neue Aufgaben einstellen. Auf einer nicht alltäglichen Versammlung waren sie diese Woche aufgefordert zu beschließen, wie sie künftig ihre Lehrer entlasten wollen.

10.11.2004 - Von null bis 900 Euro pro Semester
Sueddeutsche Zeitung
Obwohl das Erststudium bundesweit nichts kostet, zahlen schon heute viele Studenten Studiengebühren - etwa weil sie "zu lange" brauchen oder ein Zweitdiplom ansteuern. Welche Bundesländer wann zur Kasse bitten. Eigentlich ist Studieren in Deutschland kostenlos. Aber nicht immer, und nicht überall: In einigen Bundesländern gibt es Gebühren für so genannte "Langzeit"-Studenten und auch Studenten, die ein zweites Diplom anstreben oder die den "falschen Erstwohnsitz" haben, werden zur Kasse gebeten.

10.11.2004 - Viel sagende Blindschleiche
Sueddeutsche Zeitung
Die neue Rechtschreibung in den Schulen. - Es dürfte nur sehr wenige Lehrer geben, die das amtliche Regelwerk zur neuen Rechtschreibung in seiner ganzen Kompliziertheit studiert haben - was auch kaum zumutbar wäre. Die meisten Lehrer kennen wahrscheinlich stark vereinfachte Kurzfassungen, im Zweifel schlagen sie einfach im Wörterbuch nach.

02.11.2004 - Der Hochschul-Riese erwacht
Sueddeutsche Zeitung
Manche US-Universitäten wollen den europäischen Bachelor nicht anerkennen. Der Grund ist nicht zuletzt Angst vor der wachsenden Konkurrenz. Die Einladung klang viel versprechend. Es sei eine große Ehre teilzunehmen, an einer besonderen Veranstaltung zu Beginn des akademischen Jahres, am faculty day, an dem alle neuen Fakultätsmitglieder vom Präsidenten begrüßt und Professoren für herausragende Lehrleistungen ausgezeichnet würden.

02.11.2004 - Gestufte Ablehnung
Sueddeutsche Zeitung
Die Technischen Universitäten sind weiter gegen den Bachelor. Die Nachricht ereilte Peter Gaehtgens down under. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) war Ende Oktober mit Gefolge in Australien und Neuseeland unterwegs, um für die Bachelor- und Master-Studienabschlüsse an den deutschen Hochschulen zu werben. Seine Gastgeber hinterließen bei Gaehtgens den Eindruck, BA und MA made in Germany würden „voll akzeptiert“.

25.10.2004 - Gütesiegel-Bewahrung
Sueddeutsche Zeitung
Gelegentlich lässt sich die Tragweite eines Beschlusses erst Monate später ermessen. Ein solches Schicksal könnte die Vereinbarung des "TU 9-Consortium of German Institutes of Technology", der neun traditionsreichen deutschen Technischen Universitäten, ereilen. Das sind die RWTH Aachen, die TUs in Berlin, Braunschweig, Darmstadt, Dresden, Hannover, Karlsruhe, München und Stuttgart. Auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche in Berlin haben sie klammheimlich beschlossen, den Bachelor als Regelabschluss nicht anzuerkennen.

22.10.2004 - Zum Unterricht ins Ausland
Sueddeutsche Zeitung
In Frankreich verzichtet eine kleine Gruppe von Musliminnen lieber auf die Schule als auf ihr Kopftuch. Die Lösung: Sie pendeln zum Schulbesuch nach Belgien. An der französischen Kopftuch-Front herrscht noch immer keine Ruhe, auch wenn die Zahl der Problemfälle sinkt. Diese Woche wurden wieder Schülerinnen, vor allem im Elsass, der Klassenzimmer verwiesen, weil sie sich weigerten, in der Schule ihr Kopftuch abzulegen.

22.10.2004 - Studium im 15-Stunden-Takt
Sueddeutsche Zeitung
Zu Semesteranfang geht es gewöhnlich chaotisch an deutschen Universitäten zu. Anfänger rennen orientierungslos herum, versuchen, einen Platz in begehrten Seminaren zu ergattern, stellen irgendwie ihre Stundenpläne zusammen oder sitzen in überfüllten Hörsälen auf dem Boden. Kurzum, Studenten bekommen die Folgen der Freiheit zu spüren, die ihnen hierzulande gewährt wird. Ganz anders sehen die ersten Tagen des neuen Semesters für Julia Heidemann und Florian Pfeiler aus.

17.10.2004 - Die Lizenz zum Schummeln
Sueddeutsche Zeitung
Prinz Harry soll mit Billigung der Schulleitung beim Kunstexamen in Eton gemogelt haben, Tonbandaufnahmen sollen das jetzt beweisen. Wenn die Erinnerungen an diese Zeit nicht trügen, dann war das mit dem Schummeln und Spicken in der Schule doch so: Alles war erlaubt, bloß erwischen lassen durfte man sich nicht. Lineale waren mit kleinsten Zetteln beklebt, die mit nadelfeinem Bleistift bekritzelt waren; andere rollten Zettelwürste und stopften sie in Kuli-Hüllen.

14.10.2004 - Lehrer ist ein schöner und erfüllender Beruf
Sueddeutsche Zeitung
Klischee und Wirklichkeit - Über Lehrer haben alle eine Meinung, schließlich hatte jeder selbst einen. Aber was ist dran an gängigen Vorurteilen? Wenn die Schule aus ist, müssen die Schüler Hausaufgaben machen – und die Lehrer? Sie müssen ihre Pflichtstunden erfüllen, die nach Schulart und Bundesland variieren. In Bayern haben Lehrer an Grundschulen 29 Pflichtstunden pro Woche, an Gymnasien 24 Stunden.

14.10.2004 - Große Nachfrage, kleines Angebot
Sueddeutsche Zeitung
Ein Fünftel aller Eltern würde seine Kinder auf Privatschulen schicken – wenn es genug gäbe. Zwar können Privatschulen stärker auf die Wünsche der Eltern und Schüler eingehen – doch bessere Leistungen garantieren sie nicht. Paukstudio für minder begabte Sprösslinge reicher Eltern oder kuschelpädagogisches Refugium für den Nachwuchs der Altachtundsechziger: Privatschulen hatten in Deutschland lange Zeit einen schlechten Ruf, sofern sie nicht gerade zu der Hand voll renommierter Elite-Internate gehörten.

14.10.2004 - Wo auch Werken wichtig ist
Sueddeutsche Zeitung
Reformpädagogische Schulen setzen andere Schwerpunkte, doch leistungsfeindlich sind sie damit nicht. Zu ihren Befürwortern zählt auch Altkanzler Helmut Kohl. Als sich der erste Schock über die schlechten Noten bei der Pisa-Studie gelegt hatte, begannen Erziehungswissenschaftler, die Untersuchung genau auszuwerten – um dabei einige Überraschungen zutage zu fördern.

12.10.2004 - Bayerns letzte Zwergschule
Sueddeutsche Zeitung
In Unterjoch werden alle Kinder von sechs bis zehn in einem Zimmer unterrichtet. Gemeinsam lernen sie schneller als Schüler in normalen Klassen. Welche Schule ist die beste für mein Kind? Die Eltern der Grundschüler in Unterjoch muss diese Frage nicht quälen, weil es nur eine Schule in Unterjoch gibt - zum Glück noch immer gibt, wie seit zwei Jahrhunderten schon. Die drohende Schließung ist abgewendet.

07.10.2004 - Die neue Freiheit
Sueddeutsche Zeitung
Studenten auf Lehramt können in Bayern von Herbst 2005 an einen Bachelor-Abschluss machen. Mit einer Reform der Lehrerausbildung will die Bayerische Staatsregierung den Studenten mehr Freiheit bei der Berufswahl ermöglichen und das Studium europäischen Standards anpassen. Hochschulen und Freistaat einigten sich darauf, das bisherige Staatsexamen durch einen Bachelor-Abschluss zu ergänzen.

07.10.2004 - Die Illusion von 820.000 freien Stellen
Sueddeutsche Zeitung
Trotz Massenarbeitslosigkeit und verschärften Zumutbarkeitsbedingungen melden Arbeitgeber reichlich Bedarf an. Doch wo sind die Jobs? Drei Tage, drei Termine, ein Thema: Am Montag hat der Vorstand der CDU in Berlin neue Arbeitsmarkt-Leitlinien für den Parteitag im Dezember beschlossen. Geplant ist unter anderem eine Lockerung des Kündigungsschutzes. An diesem Dienstag verkündet die Bundesanstalt für Arbeit (BA) die Arbeitslosenzahlen für September.

02.10.2004 - Der Trick mit dem Büchergeld
Sueddeutsche Zeitung
Bis zu 40 Euro sollen Eltern künftig für Schulbücher zahlen. Damit wird mehr Geld in die Staatskasse fließen, als der Staat bislang für Bücher ausgegeben hat. Zwei Stunden lang verhandelte Kultusministerin Monika Hohlmeier gestern morgen mit den Elternverbänden über die Frage, wie denn Schulbücher künftig finanziert werden sollen. Auf keinen Fall wollte sich die Ministerin dabei nochmals öffentlich eine Blöße geben.

27.09.2004 - Kampf um den Studienplatz
Sueddeutsche Zeitung
Gute Noten, Fachwissen, Motivation: Wer sich um ein bebliebtes Studienfach bewirbt, muss einiges mitbringen - und sich gut vorbereiten. Bewerber brauchen Spitzennoten oder langen Atem: Studienplätze in Fächern wie Medizin oder Psychologie sind heiß begehrt. Das Bewerbungsprozedere ändert sich jedoch, wenn künftig Universitäten einen Großteil ihrer Studenten selbst aussuchen können.

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