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Widerstand der Opposition gegen angeblichen Wahlerfolg Janukowitschs ist ungebrochen. Auch am Wochenende demonstrieren hunderttausende Demonstranten in Kiew für den Oppositionsführer Viktor Juschtschenko. Trotz bitterer Kälte und Problemen in der Versorgung ist die Moral ungebrochen. Und die Unterstützung scheint noch zu wachsen. Wichtige Banken (Nationalbank) und zahlreiche Verkehrspolizisten zeigten Organge - die Farbe der Opposition. Einige Mitglieder der Wahlkommission, die das Wahlergebniss unterzeichneten, das zu Gunsten des bisherigen Ministerpräsidenten Janukowitschs ausging, zogen ihre Unterschrift zurück.
Das Oberste Gericht der Ukraine entschied am Donnerstag, dass das Wahlergebniss im Gesetzblatt nicht veröffentlicht werden durfte, wodurch es in Kraft getreten wäre. Dennoch wurde das Wahlergebniss zunächst abgedruckt - vor der Auslieferung der Zeitung beschlagnahmten aber Abgeordnete der Opposition die gesamte Auflage.
Inzwischen sind erste Verhandlungen zu Stande gekommen. Als Vermittler zwischen Janukowitsch und Juschtschenko treten die Präsidenten Polens und Litauens, Kwasniewski und Adamkus, an sowie der Koordinator der EU-Außenpolitik, Javier Solana. Ob Russland, in Form von Präsident Putin, jetzt Initiative ergreifen wird, um seinen Wunschkandidaten Janukowitsch weiter zu unterstützen, bleibt abzuwarten. Putin, der weißrussische Diktator Lukaschenko und Slobodan Milosevic hatten Janukowitsch bereits am Tag nach der Wahl zu Wahlsieg gratuliert und damit deutlich Stellung bezogen. Russland forderte hingegen von der EU Heraushaltung aus dem Konflikt und kritisierte, dass sich einige europäische Hauptstädte zu dem Oppositionsführer Juschtschenko bekennen würden. Vor einigen Tagen hatten die Abgeordneten der Grünen und der CDU/CSU Orangen vor sich auf den Bänken im Bundestag liegen.
Es gibt Berichte über extra angekarrte Gruppen, die Janokowitsch unterstützen sollen. Allerdings scheinen diese in der Masse der Demonstranten bisher unterzugehen; sie sollen sogar von diesen verköstigt worden sein. Auch die ukrainischen Polizei- und Militärkräfte scheinen teilweise auf der Seite der Opposition zu stehen. Etwa 1000 russische Elite-Soldaten sollen sich in Kiew aufhalten und Unsicherheit verbreiten. Ob die etwas planen? Doch bisher blieben die Demonstranten und Ordnungskräfte vorbildlich friedlich. Es wird dennoch von einer langsam explosiver werdenden Stimmung berichtet. Regierungsgebäude sind von Demonstranten umstellt, erste Warnschüsse werden abgegeben, in einer Provinzstadt wird Tränengaß gegen Demonstranten eingesetzt. Es bleibt zu hoffen, dass es zu keiner Verschärfung der Auseinandersetzungen kommen wird - denn dies könnte Russlands Janukowistsch stärken und die Opposition schwächen.
Mal sehen, ob die Verhandlungen was ergeben werden oder Janukowitsch und der scheidende ukrainische Präsident Kutschma nur auf Zeit spielen.
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