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20.02.2005, 05:07 - gemeinsames Lernen

GEW. Erziehung Wissenschaft
GEW: Längeres gemeinsames Lernen aller Kinder - Schleswig-Holstein soll Vorreiter-Rolle übernehmen

Kiel – Für längeres gemeinsames Lernen aller Kinder hat sich Dr. Eva-Maria Stange, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Donnerstag, den 17.02.05 bei einem Besuch in Schleswig-Holstein ausgesprochen. „Wir müssen schrittweise zu einem integrativen Bildungssystem kommen, das mehr individuelle Förderung und bessere Bildungschancen für alle Kinder ermöglicht. Schleswig Holstein kann dabei mit der geplanten Veränderung des Schulsystems eine Vorreiter-Rolle für ganz Deutschland übernehmen“, sagte Eva-Maria Stange.

Es gehe nicht darum, den Menschen von heute auf morgen ein neues Schulsystem überzustülpen. „Wir wollen schrittweise ein Schulsystem schaffen, das allen Kindern gerechter wird“, betonte die GEW-Bundesvorsitzende. Eine „Risikogruppe“ der Jugendlichen im Alter von 15 Jahren von 22 Prozent, die nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen könne, sei unakzeptabel.

Der schleswig-holsteinische GEW-Landesvorsitzende Dr. Kai Niemann ging hart mit der Angstkampagne gegen die Gemeinschaftsschule von Oppositionsparteien und Lehrerverbänden ins Gericht. „Das ist pure Polemik! Statt Angst zu schüren und Panik zu verbreiten, sollten Opposition und Lehrerverbände lieber darüber nachdenken, warum nur in Deutschland ein Professorensohn bei gleicher Leistung eine sechsmal größere Chance hat, einen höheren Abschluss zu erreichen, als ein Arbeiterkind.“

Der GEW-Landesvorsitzende plädierte außerdem für bessere Rahmenbedingungen im Bildungssystem. Dazu zählten höhere Bildungsausgaben, eine umfassendere frühkindliche Bildung, eine veränderte Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung sowie bessere Arbeitsbedingungen in allen Bildungseinrichtungen.

Link: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
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