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08.04.2006 - Ist die Rütli noch zu retten?
Zeit
Die Neuköllner Hauptschule erwarb sich den Ruf einer »Terrorschule«. Andere Berliner Schulen haben die Gewalt besiegt – mit Patenschaften, Vertrauensschülern und Gelübden - An einem dieser seltsamen Tage vor der Berliner »Terrorschule«, an denen Dutzende Kameraleute und Fotografen hinter arabischen und türkischen Halbwüchsigen herhetzen und manche Reporter 120 Euro für gestellte Gangster-Gesten zahlen, an diesem Tag tritt ein schmaler, älterer Herr aus dem Schultor.

08.04.2006 - Wenn Geiz teuer wird
Zeit
Keinen Cent wollen die Länder zuschießen, um die Studiengebühren sozial abzufedern – und gefährden so das ganze Projekt - Vielleicht liegt es ja am eigenwilligen Namen seines Ministeriums. Auf jeden Fall hält sich Andreas Pinkwart, Minister für Innovation in Nordrhein-Westfalen, ungern mit Bescheidenheit auf. Als das »freiheitlichste und sozialverträglichste Modell aller Bundesländer« feiert er sein Studienbeitragsgesetz.

08.04.2006 - Pflichtkurs für alle Eltern vor der Einschulung ihrer Kinder?
Tagesspiegel
Viel Geld investiert der Staat, damit unsere Kinder etwas lernen. Viel Geld wird – ohne dass dies über Jahre hinweg bemerkt wurde – aus dem Schulfenster geworfen. Weil Schüler und Lehrer, ganze Schulen sich aufgegeben haben, sie mutlos wurden, nicht mehr lehren oder lernen. Weil Kriminelle ihren „Lebens“-Stil ungehindert der ganzen Klasse aufzwingen konnten.

08.04.2006 - … und Action!
Tageszeitung
Die Gesamtschule Mümmelmannsberg wehrt sich gegen eine ZDF-Reportage, die gewalttätige Schüler zeigte: Die Jugendlichen sagen, sie hätten Geld dafür bekommen, die Szenen zu inszenieren - So viel Aufmerksamkeit hätte sich Schulleiter Klaus Reinsch vor einem dreiviertel Jahr gewünscht, als die Spitzenergebnisse seiner Schüler beim ersten Hamburger Zentralabitur bekannt wurden. Eine Schülerin schloss mit 1,0 ab

08.04.2006 - Erste Stunde: Erziehungswissenschaften
Tagesspiegel
Viele Schulen nehmen die Eltern in die Pflicht. In Seminaren werden ihnen die Schulregeln erklärt – aber auch Rat erteilt - Die Diskussion um Gewalt und Disziplinlosigkeit an den Berliner Schulen hat ein Augenmerk auf die Rolle der Elternhäuser gerichtet. Allgemein wächst die Überzeugung, dass die Lehrer die Unterstützung der Eltern brauchen, um die Kinder im Schulalltag überhaupt ansprechen oder gar Lernerfolge erzielen zu können.

08.04.2006 - Schule der Gewalt
Frankfurter Allgemeine
Das Urteil in diesem Fall ist schnell gefällt. Doch wer schnell urteilt, wie das im Medienbetrieb nicht selten geschieht, liegt in diesem Fall genauso schnell - daneben. Das Magazin "ZDF.reporter" hat am 29. März über Gewalt unter Jugendlichen im Hamburger Stadtteil Mümmelmannsberg berichtet. Es war ein düsteres Stück, das trotzdem Mut machen sollte.

08.04.2006 - Geformt, begleitet, betreut
Sueddeutsche Zeitung
Anders als 1968 protestieren heute Professoren und Eltern mit den Studenten. Doch letztlich führt dieses Verhätscheln dazu, den Jungen den Schnabel zu stopfen. - Um gleich mal den Schatten von 68 zu vertreiben, der angeblich über den Studentenprotesten gegen das Erstanstellungsgesetz (CPE) schwebt: Damals, im Mai, hätte es diese Bilder schlichtweg nicht gegeben, junge Leute, die sich brav bei den Ordnungskräften des französischen Gewerkschaftsbundes CGT unterhaken.

03.04.2006 - Regelschule im Ausnahmezustand
Telepolis
Die permissive Gesellschaft erlebt einen Super-Gau, doch Lobbyistenverbände kochen wieder mal ihr eigenes Süppchen - "Hurra, die Schule brennt!" Damals, 1969, als Franz Seitz einen der überaus beliebten Pennäler-Filme auf diesen Titel taufte, war dies allenfalls ein Filmspaß, der Groß und Klein amüsierte. Trotz aller Kritik schien die Schule, wenn man sie so herrlich persiflieren konnte, noch in Ordnung.

03.04.2006 - Ich dachte, das ist cool
Spiegel
In einem Moment bedrohen sie Journalisten, im nächsten zeigen sie sich reumütig - und bedrückt vom Leben im Ghetto. Wer sind die "bösen" Schüler der Rütli-Schule wirklich und was denken sie? Versuch einer Annäherung. - Ein 14-jähriger türkisch-stämmiger Schüler erklärt einem russischen Fernsehteam gerade die Welt von Berlin-Neukölln. Nein, so schlimm wie von den Medien dargestellt seien die Probleme an "unserer Schule" wirklich nicht.

01.04.2006 - Es klippert die Schule
Zeit
Teamarbeit statt Frontalpädagogik, Konferenzen werden abgeschafft. Nach der von Heinz Klippert entwickelten Methode trainieren Lehrer und Schüler in der Praxis, worüber Reformer nur theoretisieren - DIE ZEIT: Ihre Bücher sind stille Bestseller. Sieben Bundesländer haben Ihre Methoden zur Schulentwicklung zum offiziellen Programm erhoben.

01.04.2006 - Verlorene Schulen
Tageszeitung
Hauptschulen sind Verliererschulen.

01.04.2006 - Was tun, wenn die Gewalt Schule macht?
Hamburger Abendblatt
Diskussion: Polizeischutz für die Rütli-Schule in Neukölln - so wie hier ist mangelnde Integration Hauptgrund für die Schwierigkeiten an Deutschlands Lehranstalten. Die Polizisten an der Rütli-Schule halten sich im Hintergrund. Der Bildungssenator präsentiert einen neuen Rektor. Die Schüler fühlen sich diffamiert.

01.04.2006 - „Wir sind keine Terrorschule”
Frankfurter Allgemeine
In der nächsten Woche wird es an der Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln einen Medientag geben. Dann können die Lehrer viel von ihren Schülern lernen. Die einen füttern die Sensationsgier, die anderen versuchen, Informationen statt Skandale zu vermitteln. Seit Donnerstag erleben die Schüler in der Rütlistraße einen regelrechten Belagerungszustand, die Krokusse in den Blumenkübeln sind von Kameraleuten zertrampelt, und nach Hause strebt am Freitag mittag kaum einer.

13.03.2006 - Lücken füllen
Zeit
Metin starrer Blick hängt an der Tafel. »It’s me, Metin«, sagt er stockend und ohne jede Betonung. »My plane was six hours late in New York.« Fertig. Metin sinkt auf seinen Stuhl zurück und grinst triumphierend. »Sehr schön«, sagt seine Lehrerin. Gut, hours hat Metin ausgesprochen, als hätte er es nie zuvor gehört, mit H am Anfang, und bis auf eine Lücke für seinen Namen und bis auf die Zahl steht ohnehin alles an der Tafel.

13.03.2006 - Berufsverbot für linken Lehrer
Spiegel
Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Nichteinstellung des Realschullehrers Michael Csaszkóczy bestätigt. Seine Antifa-Vergangenheit macht ihn zum Staatsfeind. Es ist das erste Berufsverbot gegen einen Lehrer in Baden-Württemberg seit 13 Jahren. Der Realschullehrer Michael Csaszkóczy darf in Baden-Württemberg nicht unterrichten, das Regierungspräsidium habe seine Einstellung zu Recht abgelehnt, teilte das Verwaltungsgericht Karlsruhe mit.

13.03.2006 - Deutsche Grundschüler sind international nur mittelmäßig
Financial Times Deutschland
Nicht nur deutsche Teenager sind mit ihren Lernleistungen international unterer Durchschnitt, sondern auch Grundschüler. Zwar lagen die Kleinsten bei der internationalen Grundschulstudie Iglu auf einem etwas besseren Rang als die 15-Jährigen, deren schlechtes Abschneiden bei der Pisa-Studie 2001 eine nationale Bildungsdebatte auslöste.

13.03.2006 - Lehrermangel an Berliner Schulen
Welt
An 98 von 407 Grundschulen fehlt Personal - Folge: Schulleiter legen Klassen zusammen, Unterricht wird gestrichen - Unterrichtsausfall oder Mehrarbeit an jeder vierten Berliner Grundschule: Laut Gesamtpersonalrat konnten im Januar 98 der 407 Schulen den Unterricht nicht zu 100 Prozent abdecken. Spitzenreiter: Neukölln mit 17 solcher Schulen, Reinickendorf mit 15 und Tempelhof-Schöneberg mit 12 Grundschulen.

13.03.2006 - Bloß keine Schwäche zeigen
Frankfurter Allgemeine
Einen Moment lang sah es bedrohlich aus. Gropiusstadt, Berlin-Neukölln: Am U-Bahnhof Wutzkyallee pfeift der Wind über einen langgezogenen Platz. Häusertürme, die gerne 14, hier und da auch 22 Stockwerke hoch sind, überragen ein mickriges Einkaufszentrum. Vorstadt-Tristesse, scheinbar prädestiniert für Randale. Wenn die Schüler der Umgebung in einer Art Völkerwanderung den Heimweg antreten, belebt sich der Betonplatz für einen Moment.

13.03.2006 - Die schwachen Starken
Sueddeutsche Zeitung
Jungs sind in der Schule systematisch benachteiligt. Das wollen Politiker und Pädagogen nun ändern. "Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter mal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen." Das stand vor genau zwanzig Jahren in der Zeitschrift Emma, und heute, so scheint es, haben die Feministinnen dieses Ziel erreicht. Jungen haben es in der Schule deutlich schwerer als Mädchen.

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