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30.11.2004 - Schlechte Schulnoten
Yahoo
Exzessiver Fernseh- und Videospiel-Konsum kann nach einer Studie bei Kindern und Jugendlichen zu schlechten Leistungen in der Schule führen. Dies gehe aus Untersuchungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, berichtete das ZDF-Magazin «Frontal 21» am Montag vorab. Demnach hat in Bayern, Hessen und Niedersachsen inzwischen jeder zweite Junge im Alter von zehn Jahren Fernsehgerät, Computer, Play Station und DVD-Rekorder im eigenen Kinderzimmer stehen.

30.11.2004 - Keine Gratiskondome für Pekings Studenten
Spiegel
Die Universität Peking gibt sich sittenstreng und findet, dass Kondome nur die Zügellosigkeit fördern. Deshalb stoppte sie die Verteilung kostenloser Gummis auf dem Campus. Die Aktion zum Welt-Aidstag passt nicht ins prüde Konzept - die Studenten sollen Askese lernen und auf Sex vor der Ehe verzichten. "Mach's mit" - mit dieser Losung aus der Anti-Aids-Kampagne in Deutschland hätten Universitätsoffizielle in China größte Schwierigkeiten.

30.11.2004 - Wenn dressierte Schüler ihr Wissen erbrechen
Spiegel
Kinder einfach nur Wissen einzutrichtern, ist eine völlig verkehrte Strategie, meint ein Göttinger Hirnforscher. Die "Lerndressur" an Deutschlands Schulen erinnert ihn an die Bulimie: erst Fakten fressen und nach der Prüfung dann der große Brechreiz. "Kinder werden nach wie vor als Objekte gesehen, deren Köpfe mit Fachwissen gefüttert werden müssen. So kann man aber nichts lernen. Das Lernen an deutschen Schulen erinnert mich bisweilen an Bulimie.

30.11.2004 - Schiefe Optik im Bildungssystem
Kurier
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) sieht die Verantwortung für die mangelnde Umsetzung von Reformen im Schulbereich bei nicht näher bezeichneten "beharrenden Kräften". So gehe auch ihr das Umsetzen vieler Maßnahmen zu langsam, so Gehrer am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Das zu erwartende schlechtere Abschneiden Österreichs bei der PISA-Studie führte sie unter anderem darauf zurück, dass die Meinung vorherrsche, dass man bei Prüfungen und Tests in der Schule nicht zu viel verlangen dürfe.

30.11.2004 - Die Schulpaten
Tagesspiegel
Ehrenamtliche arbeiten mit den Kindern an den Problemen - Deutsche Schüler lesen schlecht, zu wenig und nur, wenn sie müssen. Das war eines der zentralen Ergebnisse der Pisa-Studie im Jahr 2000. Seither hat sich viel getan – auch in Berlin. Hunderte so genannte Lesepaten versuchen, Schülern Spaß am Lesen zu vermitteln. Es gibt neue Schulbibliotheken und wissenschaftliche Begleituntersuchungen.

30.11.2004 - Asyl für engagierte Eltern
Tagesspiegel
Vor einem Jahr verließ eine ganze Klasse die Kurt-Held-Schule in Kreuzberg. Jetzt soll sie geschlossen werden. Erfahrungsbericht eines Vaters, der wegging - Die Kurt-Held-Schule am Görlitzer Park hat in den vergangenen Jahren ein Drittel ihrer Schüler verloren. Zurück blieben die nichtdeutschen Schüler. Jetzt soll die Schule geschlossen und die verbliebenen Schüler auf die Schulen in der Nachbarschaft verteilt werden.

30.11.2004 - Offener Lerntreff bietet Schülern kostenlos Hilfe
Westdeutsche Allgemeine
Altenessen. Lesen, rechnen und schreiben lernen Kinder normalerweise im Unterricht. Doch viele Schüler haben immer noch Fragen und brauchen Hilfe bei den Hausaufgaben. Darum hat der Kinderschutzbund jetzt einen kostenlosen, offenen Lerntreff an der Altenessener Straße 273 eingerichtet. Konzentriert beugt sich der kleine Onur über sein Arbeitsblatt. Er geht in die zweite Klasse und seine Hausaufgabe besteht darin, Sätze mit den passenden Wörtern zu ergänzen.

30.11.2004 - Wer nicht investiert, zahlt drauf
Tageszeitung
Was anderswo funktioniert, sollte sich auch in Köln durchsetzen, meint Jürgen Hollstein (CDU), Vorsitzender des städtischen Bildungsausschusses, zum Ganztagsschulangebot - Bildung ist sein Leben. Der Vorsitzende des städtischen Schulausschusses, Jürgen Hollstein, verdient sein Geld als Bildungsreferent bei der Jakob-Kaiser-Stiftung in Königswinter. In seinem politischen Ehrenamt gestaltet er schon seit 2003 als Chef die Arbeit des Schulausschusses im Stadtrat.

30.11.2004 - Großbaustelle Schulsystem
Sueddeutsche Zeitung
An bayerischen Schulen herrschen Ärger, Trotz und Frustration. Lehrer und Eltern sind mit den Nerven am Ende. Das Kultusministerium meint es gut mit Schulleiter Hans Socher. Fast jeden Tag bekommt er mit der Post neue Ideen aus München zugeschickt. Zum Beispiel die Beobachtungsbögen: Über jeden seiner Schüler sollte Socher eine ausführliche psychologische Analyse erstellen.

27.11.2004 - Die Macken der Männer
Hamburger Abendblatt
Immer mehr leiden unter falschen Schönheitsidealen - Breite Schultern, schmale Hüften, Waschbrettbauch und dicke Muskelpakete - so soll ein Mann aussehen, oder? Jedenfalls verfallen immer mehr Männer einem Schönheitswahn, der geprägt ist von solchen Vorstellungen. Schon seit längerem beobachten Experten, daß vor allem junge Männer verstärkt auf ihr Aussehen achten und dafür bis an ihre Grenzen gehen

27.11.2004 - Auslandsstudium
Spiegel
Deutschland beinahe Exportweltmeister - Diese Bildungsstatistik hat Seltenheitswert, weil Deutschland weit oben landet: Nur Korea und Japan exportieren noch mehr Studenten in andere Länder. Beim Import hapert es allerdings. So ziehen junge Amerikaner die sonnigen Mittelmeerländer vor. Mit dieser Exportstatistik kann Deutschland bei den führenden Nationen mitmischen: Nach Korea und Japan weist die Bundesrepublik die höchste Quote an Auslandsstudenten auf

27.11.2004 - Pfadfinder: Das machen sie wirklich
Hamburger Abendblatt
Seit vier Jahren bin ich Mitglied im "Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder" (VCP) beim Stamm "Bischof Ansgar Sinstorf" (BAS). Viele meiner Freunde finden das sehr merkwürdig und haben eine völlig falsche Vorstellung von Pfadfindern und den Dingen, mit denen wir uns beschäftigen. Ich weiß, daß viele von ihnen denken, Pfadfinder seien doof und total uncool.

27.11.2004 - Bayerns Grüne entdecken die Bildungspolitik
Welt
Der Kompetenzvorsprung in der Umweltpolitik reicht nicht aus - Die Grünen wollen, daß man ihnen in Bayern mehr zutraut. In der Umweltpolitik sei ihre Meinungsführerschaft unbestritten, sagt Sepp Daxenberger. "Ein Thema reicht aber auf Dauer nicht aus. Wir wollen, daß in ein, zwei Jahren die Menschen uns auch in der Bildungspolitik die Kompetenz zusprechen, Probleme lösen zu können", kündigt der wiedergewählte Landesvorsitzende an.

27.11.2004 - Hauptschüler sind die wahren Verlierer
Welt
Bildungschancen sind in Deutschland ungerecht verteilt. Was das heißt, zeigt ein Ortsbesuch in Berlin - Viel Zu oft gleichen die Sätze einem Hindernislauf. Patrick ringt mit dem Wort "Portier", stolpert, nimmt neuen Anlauf. Vier Minuten, zehn Sätze, er gibt auf. "Keine Lust mehr, Frau Faber", sagt er. Mahmud holpert durch den nächsten Absatz. Irgendwann fragt Frau Faber, was sie da gerade gelesen haben. Kaum einer der 15 Schüler weiß eine Antwort.

26.11.2004 - Kinder von den Erziehern vermietet
Tageszeitung
In Portugal hat ein Mammutprozess um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger begonnen. Die mutmaßlichen Täter: einflussreiche Männer. Der mutmaßliche Vermittler: Angestellter eines Waisenhauses. Die Opfer: hunderte Waisenkinder - Richterin Ana Teixeira Silva ist so leicht nicht zu beeindrucken, doch was gestern zum Auftakt eines der am meisten erwarteten Prozesse in Lissabon verlesen wurde, ließ auch sie staunen.

26.11.2004 - Miese Noten für Kindergärten
Tageszeitung
Schlecht ausgebildete ErzieherInnen und kaum Forschung: Deutschland ist von internationalen Standards weit entfernt, zeigt die "Kindergarten-Pisa"-Studie - Nach den deutschen Schulen bekommen es jetzt auch die hiesigen Kindergärten schwarz auf weiß: Deutschland ist von internationalen Standards der frühkindlichen Pädagogik weit entfernt

26.11.2004 - Golf als Wahlpflichtfach
n-tv
Schweißperlen rinnen Steven Hahn über das Gesicht. Aufgeregt schaut er immer wieder von einem kleinen Ball zu seinen Füßen zu einem gut zwei Meter entfernten Loch. Dann holt er mit seinem Schläger leicht aus und tippt den Ball an - der jedoch knapp am Ziel vorbeirollt. "Schade, der hatte zu viel Schwung", sagt er. Der Junge ist einer von 22 Schülern, die an der 1. Gesamtschule Fürstenwalde (Oder-Spree) im regulären Unterricht das Golfen lernen.

26.11.2004 - Abitur nach zwölf Jahren
Frankfurter Allgemeine
Hessen - Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre ist beschlossene Sache: Gegen die Stimmen der drei Oppositionsparteien verabschiedete der hessische Landtag am Freitag das Schulgesetz von Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Es legt außerdem Richtwerte für Klassengrößen und Jahrgangsstärken fest, macht die Lehrerausbildung praxisnäher und erweitert die Möglichkeit, schwache Schüler vom Gymnasium zur Realschule und von der Real- auf die Hauptschule zu versetzen.

26.11.2004 - Kampf um die Schule
Sueddeutsche Zeitung
Deutschland hat noch immer nicht die richtigen Lehren aus den Pisa-Studien gezogen. Über die Unkultur des Misstrauens und der Verantwortungslosigkeit. Neue Lehrer braucht das Land, mehr Abiturienten und besseren Unterricht: Was so aktuell klingt, schrieb der Pädagoge Georg Picht angesichts eines dramatischen Mangels an Studenten schon 1964 - und rief so den ersten Bildungsnotstand aus. Der zweite kam 2001 mit der Pisa-Schulstudie.

25.11.2004 - Das Bush-Land wird geschnitten
Spiegel
Amerika muss um die Gunst angehender Akademiker bangen. Die Zahl der ausländischen Gaststudenten in den USA ist so deutlich zurückgegangen wie seit 30 Jahren nicht mehr. Besonders skeptisch gegenüber einem Sprung über den Teich zeigen sich junge Deutsche. Die Nachfrage nach einem Studienaufenthalt in den USA hat in Deutschland in den vergangenen Monaten stark nachgelassen.

25.11.2004 - Finnisch ziemlich gut
Spiegel
Beim internationalen Schulvergleich Pisa hat sich Finnland abermals als Bildungsparadies präsentiert. Nach Informationen des "Stern" landete Korea auf dem zweiten Platz, Galopper des Jahres ist Polen als überraschender Aufsteiger. Schlechte Noten gab es für Deutschland auch beim "Baby-Pisa" - weil es bei den Kindergärten hapert. Dass es für deutsche Schüler auch bei der zweiten Pisa-Studie nur zu einem Platz im unteren Mittelfeld reichte, war bereits durchgesickert.

25.11.2004 - Der schlimme Lehrer
Spiegel
In Baden-Württemberg lebt der längst totgeglaubte Radikalenerlass wieder auf. Das Stuttgarter Kultusministerium lehnt die Einstellung eines Lehramtsbewerbers ab, der als zu links gilt. Kein Zweifel: Michael Csaszkóczy ist ein radikaler Antifaschist. Aber ist er auch gefährlich? Ein junger Bürger hat sich verdächtig gemacht, der Staat lässt ihn vom Geheimdienst beobachten. Als der Bürger Lehrer werden will, warnen die Geheimen: Der Mann sei dem Staat nicht treu.

25.11.2004 - Ohne Deutsch keine Bildung
Tageszeitung
Die hessische Kultusministerin fordert bundesweit einen Sprachtest für Grundschüler. Auch Experten halten Sprachförderung für sinnvoll, sehen aber in dem hessischen Konzept ein Mittel zur Selektion - "Nur wer Deutsch kann, kommt in die erste Klasse". Mit diesem Credo forderte die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) Anfang dieser Woche eine Kehrtwende im Verständnis der Integrationspolitik

25.11.2004 - Kanada kann’s besser
Tagesspiegel
Das Einwandererland setzt in der Schule auf Lob und Disziplin. Ein Reisebericht - Wer sich einer kanadischen Schule nähert, erblickt zuerst ein großes Schild. Dort steht nicht etwa: „Schulfremden ist das Betreten untersagt“, wie man es aus Deutschland kennt, sondern „Welcome“. In Kanadas Schulen herrscht eine freundliche, geradezu entspannte Atmosphäre. Die Klassentüren stehen meist offen.

25.11.2004 - Versetzung: Ungefährdet
Zeit
Die Ergebnisse der Pisa-Studie sind besser, als eine neue Nörgelorgie vermuten lässt - Eine gute Nachricht gefällig? Bitte sehr: Deutschlands 15-jährige Schüler schneiden in der neuen internationalen Pisa-Studie durchgängig besser (richtig gelesen: besser!) ab als in der ersten Untersuchung vor drei Jahren. Hat sich schon jemand darüber gefreut?

25.11.2004 - Spaß am Lernen? Selten bei uns
Stern
Aber häufig in Polen. Und in Finnland, das drei Jahre nach dem ersten internationalen Vergleichstest nun auch PISA II gewonnen hat. Was machen die anderen anders, was machen sie besser? Und was hat sich bei uns verändert seit PISA I? Der stern besuchte Schulen in Warschau, sprach mit polnischen Experten und finnischen Pennälern. Tatjana lässt schön grüßen, aber nach Hause will sie nicht.

25.11.2004 - Wo Mutter mit zur Kita geht
Zeit
In den neuen britischen Kindergärten für sozial Schwache werden manchmal auch die Eltern mit betreut - Vor kurzem war Bernadette Duffy Gast in der Downing Street bei Gordon Brown, dem britischen Schatzkanzler. Auch beim Premierminister eine Hausnummer weiter war sie schon eingeladen – zum Gegenbesuch, nachdem sich Tony Blair ihren Arbeitsplatz angeschaut hat: das Thomas Coram Children’s Centre, einen Kindergarten im Norden Londons.

25.11.2004 - Spielend ein Genie
Zeit
Nach einer neuen OECD-Studie sind Deutschlands Kindergärten von internationalen Standards immer noch weit entfernt. Die Kleinen lernen zu wenig. Das soll sich ändern - Im Juni dieses Jahres bekam das Fröbel-Museum im thüringischen Bad Blankenberg kundigen Besuch. Zehn Tage lang war eine internationale Kommission der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Paris (OECD) durch deutsche Kindergärten, Elterninitiativen und Ministerien gezogen.

25.11.2004 - Blick aufs Humankapital
Zeit
Knapp zwei Wochen vor der offiziellen Veröffentlichung der neuen Pisa-Studie legen wirtschaftsnahe Forscher ein Ranking vor, das die Bildungspolitik der Bundesländer bewertet - Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Deutschland diskutiert schon über inoffizielle Ergebnisse der neuen Pisa-Studie, auch wenn diese erst am 7. Dezember veröffentlicht wird. Jetzt legen wirtschaftsnahe Forscher ein neuartiges Ranking vor, das die Bildungssysteme der Bundesländer vergleicht: den so genannten Bildungsmonitor.

25.11.2004 - Alarmstufe eins für "Mister Pisa"
Sueddeutsche Zeitung
Wo man jetzt schon weiß, was deutsche Schüler können: Manfred Prenzel leitet das Institut, das die Ergebnisse der Pisa-Studie auswertet. Wenn Barbara Drechsel den Schlüssel zweimal herumdreht und dann an der Klinke rüttelt, um sicher zu sein, dass ihr Schloss tatsächlich verriegelt ist, findet die junge Psychologin das selbst manchmal übertrieben. An Forschungsinstituten bleiben Rechner sonst über Nacht angeschaltet, Türen stehen weit offen.

22.11.2004 - Neue Studie sorgt für neuen Streit
Yahoo
Vorab veröffentlichte PISA-Ergebnisse heizen Diskussion um Bildungsreformen wieder an - Nach der Vorab-Veröffentlichung erster Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie ist in Baden-Württemberg eine neue Diskussion über die Bildungspolitik entbrannt. Sowohl die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) als auch SPD und Grüne pochten am Montag auf weitere Reformen und eine Umgestaltung des Schulsystems.

22.11.2004 - Wie im Spionageroman:
Yahoo
Das PISA-Geheimnis ist enttarnt - Es war fast wie in einem Spionageroman: Nur ganz kurz durften die Schul-Staatssekretäre der beiden größten Bundesländer, Josef Erhard (Bayern) und Elmar Schulz-Vanheyden (Nordrhein-Westfalen), bei einem Geheimtreffen Ende Oktober in München einen ersten Blick in die Auswertung der deutschen PISA-Forscher werfen.

22.11.2004 - Zum guten Schluss
Tagesspiegel
Hamburg drückt aufs Tempo und führt international übliche Studiengänge ein - Deutschland braucht Veränderung. Überall fehlt es an Geld und Ideen: Bildung, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur – alle sind betroffen. Auf plötzliche Besserung ist nicht zu hoffen. Wie kann Deutschland sich selbst helfen? In einer sechsteiligen Serie prüfen wir jeden Dienstag, welches Bundesland wo innovativ ist und in welchem Bundesland es weniger gut funktioniert. Kann der eine dem anderen Beispiel sein?

22.11.2004 - Lehrer verteilen Spickzettel
Tagesspiegel
Die politischen Verhältnisse und die Schulbedingungen waren ungewöhnlich, als ich im Frühjahr 1950 Abitur machte. Unsere Schule, das „Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster“, hatte in der Niederwallstraße, nahe dem Spittelmarkt, eine provisorische Unterkunft gefunden. Das alte Schulgebäude in der Klosterstraße lag in Trümmern. Berlin war unter den Siegermächten aufgeteilt. Unsere Schule befand sich im sowjetischen Sektor.

22.11.2004 - Der Dampfer Schule ist zu träge
Stern
Jeder vierte 15-Jährige kann einfachste Texte nicht verstehen und nur auf Grundschulniveau rechnen. Auch in der zweiten Pisa-Studie schneiden deutsche Schulen schlecht ab - ein Ergebnis, dass niemand so richtig überrascht. Die Erklärungen für das erneut schlechte Abschneiden beim Pisa-Test folgten prompt: „Schule ist ein großer, schwerer Dampfer und kein Schnellboot - alle Manöver sind auf lange Frist ausgelegt“

22.11.2004 - Die Elite von morgen
Spiegel
Bei klassischen Rankings sagen Studenten, Personalchefs oder Professoren, was sie von Deutschlands Hochschulen halten. Die neue Studentenbefragung des SPIEGEL kartiert die Uni-Landschaft danach, wo die besten Nachwuchsakademiker studieren. Ergebnis: Die Klügsten klumpen zusammen - vor allem im Süden.

22.11.2004 - Comic-Referate und Sex im Audimax
Spiegel
Unijahre sind keine Herrenjahre, aber sehr lehrreich: Man lernt zum Beispiel, wie man auf Partys fremde Wohnungen verwüstet, prätenziöse Bands gründet oder beim Flirten geschickt einen pseudo-französischen Akzent einsetzt. Ein kleines Handbuch für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Die Universität ist wie ein Dschungel: Man muss die ungeschriebenen Gesetze und Regeln kennen, dann geht man nicht verloren. Hier einige der wichtigsten:

22.11.2004 - Schule ist ein schwerer Dampfer und kein Schnellboot
Spiegel
Nach und nach sickern weitere Ergebnisse der zweiten Pisa-Studie durch - zur Abwechslung auch positive: Deutschlands Schüler zeigen zwar insgesamt schwache Leistungen, können aber Alltagsprobleme besser lösen. Bei Bildungspolitikern hat die Schlacht um die Pisa-Interpretation schon begonnen. Eigentlich sollten die Ergebnisse des "Programme for International Student Assessment", kurz Pisa, erst am 7. Dezember verkündet werden.

22.11.2004 - Kultusminister zeigen sich wenig überrascht
Spiegel
Auch bei der zweiten Pisa-Studie haben die deutschen Schüler schlecht abgeschnitten. Im Vergleich mit anderen Industriestaaten landeten sie erneut nur in der unteren Hälfte der Tabelle. Für mehrere Kultusminister ist das Ergebnis nicht wirklich eine Überraschung. Niedersachsens Bildungsminister Bernd Busemann (CDU) sagte am Sonntagabend in Hannover: "Bildungsergebnisse sind Langzeitentwicklungen, die sich nicht von heute auf morgen sprunghaft verbessern lassen."

22.11.2004 - Klassenfahrten
Spiegel
Das Angebot für Instant-Klassenreisen wird größer: Mehrere Veranstalter geben mittlerweile eigene Kataloge für Schülergruppen heraus. Marktführer sind aber die guten alten Jugendherbergen, die weit mehr bieten als Stockbetten und Hagebuttentee. Mit der Wanderkarte in der Hand durch den Hunsrück oder für ein paar herbstliche Tage in den Harz - wenn es früher um die Organisation einer Klassenfahrt ging, waren rasch über Jahrzehnte bewährte Programme zur Hand.

22.11.2004 - Wo Deutschlands Kinder verloren gehen
Sueddeutsche Zeitung
Besuch in einer Hauptschule - "Ich bin ein Loser. Ich hab’s ja nicht auf die Realschule geschafft" - keiner will auf die Hauptschule, und viele schämen sich, dort zu sein. Als Monika Hohlmeier ein Jahr nach ihrem Amtsantritt beschloss, die vierstufige durch die sechsstufige Realschule zu ersetzen, ging ein Aufschrei durch Bayern, den das Kultusministerium mit seinem feinen Gespür für Volkes Stimmung sofort als Panikmache auszumachen in der Lage war.

22.11.2004 - „Das dreigliedrige System ist gescheitert“
Sueddeutsche Zeitung
Nach dem erneut schlechten Abschneiden Deutschlands bei der internationalen Bildungsstudie Pisa steht das deutsche Schulsystem in der Kritik. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und auch der Pisa-Koordinator der OECD, Andreas Schleicher, bekräftigten am Montag ihre Forderung, die frühe Aufteilung auf Gymnasien, Real- und Hauptschulen abzuschaffen. Die Bundesregierung mahnte eine Fortsetzung der bereits eingeleiteten Reformen an.

22.11.2004 - „Es ist schon enttäuschend...
Sueddeutsche Zeitung
...dass nicht mehr in die Wege geleitet wurde“ - Ein Interview mit Eva-Maria Stange von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft über die schlechten Pisa-Ergebnisse deutscher Schüler. - Warum schneidet Deutschland bei der Pisa-Studie schon wieder so schlecht ab?Eva-Maria Stange: Wir selbst haben die Studie noch nicht vorliegen, und können uns deshalb nur auf die Informationen, die wir von der Nachrichtenagentur dpa haben, beziehen.

22.11.2004 - Streit über Pisa-Studie
Frankfurter Allgemeine
Nach der Vorveröffentlichung eines nicht gesicherten, auf mündlichen Informationen beruhenden Ergebnisses der zweiten Pisa-Studie mit dem Schwerpunkt Mathematik ist eine aufgeregte Diskussion über die möglichen Schlußfolgerungen entbrannt. Offiziell soll die Studie am 7. Dezember in Berlin vorgestellt werden. Der Vergleich der Bundesländer soll erst im September 2005 vorliegen.

22.11.2004 - Viel Angst, viel Stückwerk und wenig Geld
Tageszeitung
Nach der ersten Pisa-Studie 2001 hat das Land Berlin zahlreiche Reformen in Kitas und Schulen angestoßen. Doch bei den Kindern ist bislang kaum etwas angekommen - Sieben Jahre lang hat die Berliner Landesregierung, in wechselnden Besetzungen, über ein neues Schulgesetz debattiert - und konnte sich nicht einigen.

22.11.2004 - BDI fordert umfassende Reform im Bildungswesen
Zeit
Als Konsequenz aus den erneut schlechten Pisa-Ergebnissen für deutsche Schulen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein Förderprogramm für benachteiligte Schüler und mehr Lehrerfortbildung gefordert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat als Konsequenz aus der neuen Pisa-Studie eine umfassende Reform des Bildungswesens gefordert.

22.11.2004 - Buchstabiere "Slum"!
Tageszeitung
In keinem anderen Industrieland sind die Bildungschancen für Kinder so abhängig vom Elternhaus wie in Deutschland - bei gleichem IQ - Sie können einem beinahe Leid tun. Kaum hatte die deutsche Schule bei der neuesten Pisa-Studie erneut miserable Zeugnisse erhalten, standen gestern die immer Gleichen am Pranger - die Kultusminister. Und mussten sich hanebüchene Vorwürfe gefallen lassen.

22.11.2004 - Schlechtes PISA-Ergebnis überrascht Politiker kaum
Norddeutscher Rundfunk
Das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der zweiten PISA-Studie hat bei norddeutschen Bildungspolitikern wenig Überraschung ausgelöst. Veränderungen im Bildungsbereich wirkten sich kurzfristig nicht aus, hieß es in Hannover, Kiel, Schwerin und Hamburg. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisierte, die Kultusminister hätten bisher nur Bildungskosmetik betrieben. Sie sprach sich dafür aus, Kinder später auf weiterführende Schulen zu schicken.

20.11.2004 - Südamerika olé!
Welt
Sprachreisen nach Ecuador und Peru werden immer beliebter. Besonders Studenten verbinden Kurse häufig mit einem Praktikum vor Ort - Die Studentin Susanne Engels kommt heute noch ins Schwärmen, wenn sie von ihrem vierwöchigen Sprachkurs in Quito (Ecuador) berichtet. "Nach dem Abitur wollte ich einfach mal war anderes ausprobieren als gleich wieder zu büffeln", erzählt die 20-Jährige. "Ich habe von Deutschland aus Sprachschule und -kurs gebucht.

20.11.2004 - Viele erste Klassen werden größer
Welt
Eine Woche nach Ablauf der Anmeldefrist ist absehbar: An zahlreichen Schulen wird es im kommenden Jahr eng - Die Erstkläßler des Schuljahrgangs 2005 müssen zusammenrücken: Weil im nächsten Jahr erstmals auch alle Fünfeinhalbjährigen eingeschult werden, rechnet die Verwaltung einmalig mit etwa 38 000 Erstkläßlern und damit 13 000 mehr als üblich. Die erste Zahlenbilanz eine Woche nach Ende der Anmeldefrist bestätigt die Befürchtungen vieler Bezirke:

20.11.2004 - 112 Gefangene bestehen Abschlussprüfung
Yahoo
In Sachsens Gefängnissen haben im Schuljahr 2003/2004 112 Inhaftierte einen Schulabschluss geschafft. Wie das Justizministerium in Dresden mitteilte, legten dabei 43 Insassen erfolgreich die Hauptschulprüfung ab. 45 Gefangene erwarben einen qualifizierten Hauptschul- und 24 einen Realschulabschluss.

20.11.2004 - Gut mit Hut
Spiegel
Studenten, die mit einem Bachelor-Abschluss in die Berufswelt starten, haben mit allerlei Vorurteilen zu kämpfen: Schmalspurakademiker seien sie und zu jung obendrein. Die Absolventen eines Düsseldorfer Musterstudienganges sind trotzdem fast alle untergekommen. Ihm reicht's. Es langt. Stets kommt Michael Baurmann der gleiche "Unsinn" zu Ohren, wenn er seinen Bachelor-Studiengang vorstellt:

20.11.2004 - Etappensieg gegen einen NPD-Aktivisten
Spiegel
Seit fast einem Jahr sitzt der 23-jährige NPD-Aktivist Safet Babic im Trierer Studentenparlament. Seither liefert er sich Scharmützel mit dem Asta, die jetzt in einem Rechtsstreit gipfeln. Vor wenigen Tagen setzte sich der Asta vor Gericht durch - vorläufig.

20.11.2004 - Mallorca finde ich daneben
Spiegel
Bei der Auswahl von Zielen für Klassenreisen regiert eine neue Bescheidenheit: Nah soll es sein, günstig und pädagogisch wertvoll. Trotzdem stellt das Reisebudget für die Sprösslinge ärmere Familien vor Probleme. Sie melden die Kinder lieber krank als ihre Not zu offenbaren. Wenn es nach den Schülern ginge, könnten Klassenfahrten gar nicht weit genug weg führen. Vor allem in den Oberstufen der Gymnasien haben Eltern und Lehrer das kollektive Fernweh lange Zeit nach Kräften unterstützt.

20.11.2004 - Schulsport: Nur noch Frust?
Hamburger Abendblatt
Misere: Auf manchen Plätzen gibt es weder Startblöcke noch Start- und Ziellinien - Wieso sind Hamburger Schülerinnen und Schüler so schlecht im Sport? Liegt es an mangelndem Interesse, schlechten Voraussetzungen oder an den Lehrern, die die Schüler nicht mehr für den Sport begeistern können?

20.11.2004 - Reichspogromnacht gerät nicht in Vergessenheit
Westdeutsche Allgemeine
Die Schrecken des Dritten Reichs als Bücherwissen zu konsumieren, nach dem Unterricht das dunkle Kapitel zuzuschlagen und womöglich wenig später schon vergessen zu haben - den Pestalozzi-Realschülern ist das zu wenig. Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Nationalsozialismus und wirkten an der Gedenkfeier der Bezirksvertretung zur Reichspogromnacht mit.

20.11.2004 - Prozeß um angeblichen Mordversuch in Schule
Welt
Eine 16jährige soll versucht haben, ihre Lehrerin zu erstechen. Nur will keiner das Messer gesehen haben - Vor dem Potsdamer Landgericht hat gestern der Prozeß gegen eine Schülerin begonnen, die versucht haben soll, ihre Lehrerin umzubringen. Die Staatsanwaltschaft unterstellt der 16jährigen Mordvorsatz. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Der vermeintliche Mordversuch hat sich am 22. Januar 2004 in der Fontane-Gesamtschule im Potsdamer Neubaugebiet Waldstadt II ereignet.

20.11.2004 - Schüler sparen
Tageszeitung
Internet-Service hilft Schulen dabei, ihren Energie-verbrauch zu senken - auch durch finanzielle Anreize - Noch nie hat sich Energiesparen derart gelohnt wie heute. Das gilt auch für Schulen, welche die vom Energieverbrauch her wichtigsten öffentlichen Gebäude sind. "10 bis 15 Prozent des Energieverbrauchs lassen sich hier im Durchschnitt alleine durch intelligentes Verhalten der Schüler und Lehrer einsparen", heißt es in einer Mitteilung des Umweltbüros Nord.

20.11.2004 - Wenn uns Schule krank macht
Hamburger Abendblatt
Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit: Sind das nur beliebte Ausreden, um den Unterricht schwänzen zu können? Oder sind diese Beschwerden Folgen des Unterrichts? Wer macht wen krank - die Schüler die Lehrer oder umgekehrt? Eine Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin in Freiburg fand heraus, daß das destruktive Verhalten der Schüler und Klassen mit zu vielen Schülern eine zu große Belastung für Lehrer darstellen. Diese verausgaben sich zu sehr und sind dementsprechend erschöpft.

20.11.2004 - Aggression gegen den PC
Sueddeutsche Zeitung
Ich fahre mich besser runter, bevor du mich haust

16.11.2004 - Schulkinder sollen rückwärts laufen können
Tageszeitung
Um über die gesundheitliche Lage von Schulkindern zu diskutieren, trafen sich gestern und heute 300 ExpertInnen auf einem Kongress in Dortmund. Bildungsverband VBE fordert gesündere Bedingungen für das Lehrpersonal - Schüler können nicht mehr balancieren, leiden vermehrt unter Essstörungen und greifen immer früher zu Zigaretten und anderen Drogen.

15.11.2004 - Auch die Kinder des rechten Tarnkappen-Lehrers sollen gehen
Spiegel
Andreas Molau arbeitete jahrelang an der Braunschweiger Waldorfschule und nun für die NPD in Sachsen. Die Schulleitung will seine beiden Kinder, 8 und 11 Jahre alt, vor die Tür setzen, weil der Schulfrieden gefährdet sei. Bei Lehrern, Eltern und Schülern ist der Beschluss umstritten, Molau spricht von "Sippenhaft". Der Streit zwischen der Freien Waldorfschule Braunschweig und dem Lehrer Andreas Molau, der dort seit Ende 1996 unterrichtete, eskaliert weiter.

15.11.2004 - Eltern und Schüler kämpfen für ihre Schulen
Hamburger Abendblatt
Iserbrook: 1300 Demonstranten verteilten Flugblätter gegen Schließungspläne - Seit Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (parteilos) vor fast zwei Wochen den Plan zur Schließung von 23 Schulen verkündete, läuft eine Welle des Protestes gegen die Aufgabe der Standorte. Doch anders als bei früheren Konflikten in der Bildungspolitik sind es diesmal vor allem engagierte Eltern und Schüler, die sich für den Erhalt "ihrer" Schulen einsetzen.

15.11.2004 - In elf Jahren zum Abitur
Welt
Begabte Schüler sollen in der Berliner Schule besser als bisher gefördert werden. Vom nächsten Schuljahr an können besonders intelligente Kinder die Schule im D-Zug-Tempo absolvieren. Der Senat will die bisherigen Schnelläuferklassen an 13 Gymnasien, die ab Klasse 5 starten und in denen gute Schüler ein Jahr früher als ihre Altersgenossen zum Abitur gelangen, zu Superschnelläufer-Zügen machen.

15.11.2004 - Schlimmer ist es nur in Grönland
Sueddeutsche Zeitung
Jeder vierte 15-Jährige raucht - ein Wettbewerb soll die Situation an Schulen verbessern. Natürlich weiß Markus, dass Rauchen seiner Gesundheit schadet. Lungenkrebs, Raucherbein - alles schon gehört. Trotzdem raucht der 15-Jährige aus Dachau seit Jahren täglich. ¸¸Es ist zur Sucht geworden", sagt er. Mit elf hat er angefangen, ¸¸da hat es noch Spaß gemacht, weil es verboten war". Jetzt ist er 15 und qualmt im Wohnzimmer - zusammen mit seinen Eltern.

15.11.2004 - Sitzenbleiben und Zensuren abschaffen
Yahoo
Die Grünen wollen das Sitzenbleiben in der Berliner Schule abschaffen. Außerdem plädieren sie für den weitgehenden Verzicht auf Zensuren und die Aufhebung des dreigliedrigen Schulsystems. Ein entsprechender Leitantrag unter dem Motto «Bildung neu denken» wurde am Samstag auf einem Landesparteitag beschlossen. Mit dem Konzept, das auf eine stärkere Förderung der Schüler statt auf Auslese zielt, wollen sich die Grünen sowohl von der Bildungspolitik der rot-roten Koalition als auch der CDU absetzen.

15.11.2004 - Eine Internet-Agentur der Vereinten Nationen
Frankfurter Allgemeine
Sie sind eine ehrwürdige Institution geworden. Die Frankfurter Römerberggespräche, inzwischen zum einunddreißigsten Mal veranstaltet und in ihren besten Momenten ein Forum für kontroverse Diskussionen, standen diesmal unter dem Titel „Die Sache mit der Bildung. Versuche über Lernen und Leben”. Wenn wir ganz simpel Noten verteilen wollen, so verdienen vor allem zwei Beiträge hervorgehoben zu werden, die durch ihre Sachhaltigkeit überzeugten.

15.11.2004 - Grüne wollen Schule für alle Kinder bis zur 10. Klasse
Welt
Die Berliner Grünen leiten aus den Erkenntnissen der Pisa-Studie weitreichende Forderungen nach neuen Schulstrukturen ab. Das deutsche System setze zu sehr auf frühes Aussortieren und zu wenig auf individuelles Fördern von Kindern, so ihre Überzeugung. Zwölf Prozent der Schüler in Berlin schaffen keinen Hauptschulabschluß, 17 000 Kinder bleiben jährlich sitzen. 45 Prozent eines Jahrgangs wechseln aufs Gymnasium, aber nur 30 Prozent schaffen das Abitur.

15.11.2004 - Proteste vor dem Bundesverfassungsgericht
Frankfurter Allgemeine
Das bundesweite Verbot von Studiengebühren bringt Deutschland nach Ansicht von sechs in Karlsruhe klagenden unionsgeführten Ländern im weltweiten Bildungswettbewerb ins Hintertreffen. „Ohne einen privaten Anteil an der Finanzierung werden deutsche Hochschulen Mittelmaß bleiben”, sagte der baden-württembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) am Dienstag vor dem Bundesverfassungsgericht.

15.11.2004 - Zu viele und zu wenige zugleich
Sueddeutsche Zeitung
Es fehlen Lehrer, schon heute. Und in den nächsten Jahren wird der Mangel zunehmen. Warum es dennoch arbeitslose Lehrer gibt. Anreiz, Totzeit und negative Rückkopplung - das sind die Strukturmerkmale des so genannten "Schweinezyklus". Der von Statistikern mit diesem Begriff bedachte unwillkommene Wechsel von Überangebot und Mangel bestimmt auch die Arbeitsmarktsituation für Lehrer. Dies ist allgemein bekannt, dennoch steuert die Politik nach Ansicht von Bildungsexperten dem nicht entgegen.

15.11.2004 - Geschummelt? Note 5!
Sueddeutsche Zeitung
Jagdsaison an der Uni: Wie Professoren Plagiate aufspüren. Das waren vielleicht noch Zeiten. Arbeitsreiche Zeiten, mag man vermuten. Zeiten, in denen ein Student mit spitzem Bleistift, Papier und viel Zeit im Gepäck die Bibliotheken abgeklappert hat, um seine Haus-, Magister- oder Examensarbeit vorzubereiten. Im Zeitalter von Laptop, Internet und Co. eine Tugend, die vielen Studenten abhanden gekommen zu sein scheint.

12.11.2004 - Der lange Marsch zu den Gipfeln
Zeit
Wer weltweit an die Spitze will, muss sich zur Elite bekennen. Ein Plädoyer für mehr Exzellenz in Hochschulen und Forschung - Wer Leistung und Wettbewerb im Hochschulsystem fordert, kann heutzutage mit breiter Zustimmung rechnen. So sollen künftig Abiturienten um einen Studienplatz an den besten Hochschulen konkurrieren. Den einzelnen Universitäten werden bereits jetzt ihre Mittel nach Qualität zugewiesen. Auch Professoren sollen demnächst mehr nach ihren Leistungen bezahlt werden.

12.11.2004 - In der Hölle darf man Rache nehmen
Zeit
Die USA haben sich entschieden, Falludscha zu stürmen. Sie wollen die Demokratie herbeibomben. Aber erst die Gewalt hat Falludscha zu einer Hochburg der Extremisten gemacht - Rache ist ein Begriff, der gemeinhin in der Politik nicht ausgesprochen wird – er klingt zu sehr nach Barbarei. Lieber verwendet man blutleere Worte wie etwa »Befriedung«; unter diesem Begriff läuft in diesen Tagen die militärische Offensive der USA gegen die irakische Stadt Falludscha.

12.11.2004 - Iran - Das schleierhafte Land
Zeit
Jugendliche hören Musik aus Amerika, junge Frauen gehen zum Schönheitschirurgen – und die Wächter der Revolution sind korrupt. Unterwegs in Iran, wo jeder Schritt eine Erwartung dementiert - Die Nasen. Etwas stimmt nicht mit ihnen. Zu sehr ähneln sie einander: klein, gleichmäßig hübsch und charakterlos. Es gibt Nasen-Orte in Teheran, zum Beispiel um den Vanak-Platz, da hängen besonders viele Schilder von Ärzten: »Haut, Haare, Schönheit. Plastische Chirurgie«.

12.11.2004 - Eltern wollen gegen Schulschließung klagen
Welt
Schulweg für Erstkläßler sei zu lang und zu gefährlich - Opposition wirft Senat in der Bürgerschaft Ignoranz vor - Der Protest gegen die von der Bildungsbehörde beabsichtigte Schließung von Schulen nimmt zu. Jetzt wollen erste Eltern klagen, wenn der Senat an seiner Absicht festhält, Anfang kommenden Jahres die Schließung ihrer Schule zu verfügen.

12.11.2004 - An die Bürger von Konsolien
Tagesspiegel
Es ist Herbst, die neuen Videospiele sind da. Unser Autor hat todesmutig ein paar davon ausprobiert - Man stelle sich vor, man kommt nach fünf Jahren zurück in die Heimatstadt. Dort hat sich alles verändert. Brutale Gangs verbreiten auf den Straßen Angst und Schrecken, die Cops erweisen sich als korrupt und das BMX-Rad hat auch eine Acht. Was tun? Für Carl Johnson ist der Fall klar: Er versammelt seine verbliebenen Kumpels um sich und macht sich auf den Weg, die Straßen der verlotterten Stadt Los Santos wieder sicher zu machen.

12.11.2004 - Herr Professor, wieso heiße ich Diesel?
Spiegel
Ein Namenkunde-Seminar bekommt Räder: Im Bus fahren 40 Leipziger Studenten nach Hamburg, wo ihr Professor Jürgen Udolph am Mittwochabend in Johannes B. Kerners Talkshow auftritt. Zuvor gräbt der Forscher nach den familiären Wurzeln von SPIEGEL-ONLINE-Lesern. Und verrät, warum Diesel kein Kraftstoff, sondern ein Geschenk Gottes ist. Er läuft und läuft und läuft.

12.11.2004 - USA nach Bush-Sieg stärker gefragt
Spiegel
Schüleraustausch - In den letzten Jahren sank das Interesse deutscher Schüler, ein Jahr in den USA zu verbringen. Einer neuen Umfrage zufolge ist die Flaute vorbei: Offenbar gibt die Wiederwahl von George W. Bush Eltern und Schülern ein größeres Sicherheitsgefühl. Die Mehrheit der rund 50 deutschen Austauschorganisationen schätzt die Teilnehmerzahlen für den Schüleraustausch mit den USA optimistisch ein.

12.11.2004 - Kutte ja, Kopftuch nein
Spiegel
Mit CSU-Mehrheit hat der bayerische Landtag ein Kopftuchverbot für islamische Lehrerinnen beschlossen, während Nonnentracht und Kippa bleiben dürfen. Die Opposition sieht das als dreifachen Hohlmeier mit Schraube: In Bayern gebe es bisher gar keinen Kopftuchstreit, Muslime würden ohne Not diskriminiert. Nach einjähriger Diskussion hat Bayerns Landtag ein Gesetz verabschiedet, das Lehrerinnen künftig das Tragen eines Kopftuches untersagt.

12.11.2004 - Kreatives Schulmanagement
Sueddeutsche Zeitung
Herr Kollegiat, übernehmen Sie! - Oberstufler übernehmen die Pausenaufsicht, Eltern helfen in der Bibliothek aus - mit einem selbstverordneten Programm hofft das Michaeli-Gymnasium, die G8-Einführung und die Arbeitszeiterhöhung der Lehrer irgendwie unter einen Hut zu bringen. Die Kollegstufen-Schüler des Michaeli-Gymnasiums müssen sich auf neue Aufgaben einstellen. Auf einer nicht alltäglichen Versammlung waren sie diese Woche aufgefordert zu beschließen, wie sie künftig ihre Lehrer entlasten wollen.

10.11.2004 - Unversöhnliche Positionen im Streit um Studiengebühren
Yahoo
Bund und Länder stehen sich im Streit um bundesweite Studiengebühren auch vor dem Bundesverfassungsgericht unversöhnlich gegenüber. Sechs unionsregierte Bundesländer versuchen seit Dienstag in Karlsruhe, das Verbot zu Fall zu bringen. Es bringe Deutschland im weltweiten Bildungswettbewerb entscheidende Nachteile. Ohne Privatanteil bei der Finanzierung werden «deutsche Hochschulen Mittelmaß bleiben», sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) vor Gericht.

10.11.2004 - Mauerfall nur ferne Geschichte
Tagesspiegel
Für den Jahrgang ’89 ist der Mauerfall nur ferne Geschichte Ein Fragebogen und 130 Schüler aus Ost und West: Die DDR – das war das Land ohne Arbeitslose - Sie saßen im Kinderwagen, als die Mauer fiel, lernten laufen, als die D-Mark kam und wurden eingeschult, als Honecker starb. Sie wohnen nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Todesstreifen entfernt. Sie unterscheiden noch zwischen Ossis und Wessis, aber: Was wissen heutige Zehntklässler von der DDR?

10.11.2004 - Zeilen-Turbo einschalten, Seiten fressen
Spiegel
Tolstois "Krieg und Frieden" zum Frühstück, den Brockhaus in der Mittagspause - das kann doch nicht so schwer sein. Spezielle Trainings sollen das Lesetempo verdoppeln. Dirk Engelhardt trat zum Selbstversuch an. Jetzt bitte nicht schwächeln: Turbo-Leser brauchen für seinen Text keine Minute. Das normale Lesetempo liegt bei etwa 240 Wörtern pro Minute, behaupten Leseforscher. Zu den Analphabeten zähle ich mich nicht gerade, und zum Lesen eines Buches benötige ich selten länger als vier Monate.

10.11.2004 - Waffenhersteller schießt zurück
Spiegel
UNI DORTMUND - Ab Dienstag buhlen Arbeitgeber auf dem Dortmunder Campus um Absolventen - auch der Rüstungskonzern Diehl will an der Kontaktmesse teilnehmen. Der Uni-Senat ist dagegen, Studenten kündigen Protestaktionen an. Nun hat sich die umstrittene Firma in einem Brief beim Rektor beschwert. Der Streit um die Teilnahme eines großen deutschen Waffenherstellers an der "Konaktiva" hat sich verschärft. Die von Studenten organisierte Messe soll am 9. November beginnen und am 11. November enden.

10.11.2004 - Mehr Pflichtfächer in der Oberstufe
Hamburger Abendblatt
Hamburg - Reform: Fraktion beschließt Rahmenbedingungen. Vorbild ist Baden-Württemberg - Mehr Allgemeinbildung, mehr Pflicht und weniger Wahlmöglichkeiten sowie eine Stärkung des Klassenverbands - unter diesen Leitlinien will die CDU die gymnasiale Oberstufe reformieren. Die Unions-Bürgerschaftsfraktion hat jetzt einen dem Abendblatt vorliegenden Antrag beschlossen, der den Rahmen für eine neue Oberstufe vorgibt. Als Vorbild gilt Baden-Württemberg.

10.11.2004 - Gewalt an Schulen nimmt drastisch zu
Welt
Zahl der gemeldeten Vorfälle im Schuljahr 2003/04 um 32,7 Prozent gestiegen - Immer mehr Angriffe auf Lehrer - Die Zahl der Gewalttaten an Berliner Schulen ist erneut drastisch gestiegen. Im Schuljahr 2003/04 meldeten die Schulen 560 gewaltbelastete Vorfälle. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Zunahme von 32,7 Prozent, sagte Bildungsstaatssekretär Thomas Härtel (SPD).

10.11.2004 - Von null bis 900 Euro pro Semester
Sueddeutsche Zeitung
Obwohl das Erststudium bundesweit nichts kostet, zahlen schon heute viele Studenten Studiengebühren - etwa weil sie "zu lange" brauchen oder ein Zweitdiplom ansteuern. Welche Bundesländer wann zur Kasse bitten. Eigentlich ist Studieren in Deutschland kostenlos. Aber nicht immer, und nicht überall: In einigen Bundesländern gibt es Gebühren für so genannte "Langzeit"-Studenten und auch Studenten, die ein zweites Diplom anstreben oder die den "falschen Erstwohnsitz" haben, werden zur Kasse gebeten.

10.11.2004 - Viel sagende Blindschleiche
Sueddeutsche Zeitung
Die neue Rechtschreibung in den Schulen. - Es dürfte nur sehr wenige Lehrer geben, die das amtliche Regelwerk zur neuen Rechtschreibung in seiner ganzen Kompliziertheit studiert haben - was auch kaum zumutbar wäre. Die meisten Lehrer kennen wahrscheinlich stark vereinfachte Kurzfassungen, im Zweifel schlagen sie einfach im Wörterbuch nach.

07.11.2004 - Wenn die Schule krank macht
Westdeutsche Allgemeine
Das gilt für viele Schüler, immer mehr allerdings auch für Lehrer: Schule kann krank machen. Beim 27. Symposion der Arbeitsgemeinschaft "Arzt und Lehrer" im Hartmannbund zeigten Forscher und Praktiker Ursachen, Symptome und Gegenmittel auf. Rund 250 Teilnehmer aus dem Einzugsbereich Westfalen-Lippe beschäftigten sich am Samstag im Westfälischen Landeskrankenhaus in Marl mit einem Problem, das in Grundzügen altbekannt ist, durch aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen allerdings rasant an Fahrt gewinnt.

06.11.2004 - Chatten mit dem Prof
Yahoo
In der Uni der Zukunft ist E-Learning Alltag - Zum Einschreiben an der Universität reicht eine E-Mail. Hausarbeiten werden im Chatroom besprochen. Die Examensprüfung ist per Videokonferenz möglich, und die Noten lassen sich per Handy abrufen. Das klingt futuristisch, wird in der Hochschule der Zukunft aber Alltag sein. Einig sind sich Bildungsexperten allerdings darin, dass sich angehende Akademiker auch in 15 oder 20 Jahren nicht nur virtuell begegnen. Studiert wird auch künftig auf dem Campus.

06.11.2004 - Zwölfjähriger erschießt nach Streit seine Eltern
Welt
Der 66jährige Vater drohte, seinen Sohn wegen schlechter Schulnoten in ein Internat zu schicken. Im Streit um schlechte Leistungen in der Schule hat ein zwölfjähriger Junge aus Braunschweig seine Eltern erschossen. Nach bisherigen Ermittlungen tötete der geständige Gymnasiast am Donnerstag abend seine 49 Jahre alte Mutter und den 66 Jahre alten Vater. Anschließend schoß er sich selbst eine Kugel in den Kopf und verletzte sich dabei schwer.

05.11.2004 - „Im Osten gibt’s echt klasse Jungs“
Tagesspiegel
Kann man Wessi oder Ossi sein, wenn man um 1989 geboren ist? Vier Aufsätze über die Einheit - Ich bin Berliner.“ Das ist meine Antwort auf die Frage, wo ich herkomme. Sie wird mir häufig im Urlaub gestellt, von Leuten meines Alters, die ich dort kennen lerne. Meistens genügt ihnen meine Antwort nicht. „Und von wo da“, fragen sie. Niemand will hören, dass ich aus Hohenschönhausen komme, denn die Berliner Bezirke kennen sie nicht.

05.11.2004 - Starke Unis im Süden und Osten
Spiegel
Bei einem bundesweiten Hochschulranking ermittelte das Centrum für Hochschulentwicklung erhebliche regionale Unterschiede. Eindeutiger Spitzenreiter im Ländervergleich ist Baden-Württemberg, noch zufriedener sind allerdings Studenten in Mecklenburg-Vorpommern. Derweil holten andere Nordlichter sich eine schallende Ohrfeige ab. Baden-Württemberg eroberte in fast allen Kriterien des Rankings Spitzenplätze

05.11.2004 - Der große liberale Katzenjammer
Spiegel
Bei der US-Wahl hat sich die Mehrheit der Amerikaner gegen einen intellektuellen Grübler und für einen selbstgewissen Werteprediger im Weißen Haus entschieden. Nirgendwo wird das entsetzter registriert als an den akademischen US-Kaderschmieden, vor allem in der Kerry-Hochburg Harvard. Noch keine fünf Stunden ist John Kerrys Abschiedsrede alt, da tun sie in Harvard schon so, als könnten sie alles kühl analysieren. "Election 2004. What does it mean?"

05.11.2004 - Raus aus dem Schneckenhaus
Stern
Beim Thema Berufswahl verkriechen sich viele junge Menschen in ihr Schneckenhaus. Verständlich, aber nicht clever. Zuhause machen die Eltern immer wieder Druck, in der Schule hebt der Lehrer mahnend den Zeigefinger. Denn die Frage steht im Raum: Was willst Du denn nun nach der Schule beruflich machen? Und gerade diese ist unheimlich wichtig, die Antwort allerdings oft vage. Angesichts des Themas Berufswahl machen allerdings viele junge Menschen "dicht" und verkriechen sich in ihr Schneckenhaus.

05.11.2004 - Ich dachte, mich trifft der Schlag
General Anzeiger
Hennefer Schulleiter erfährt im Radio vom Großbrand an der Wehrstraße - 300 der 900 Hauptschüler müssen umziehen - Feuer richtet fünf Millionen Euro Schaden an - Teile des Mauerwerks einsturzgefährdet. Schaden von fünf Millionen Euro hat das Feuer in der Hennefer Hauptschule angerichtet. Rund 400 Wehrleute orderte Hennefs Stadtbrandinspektor Heinz-Peter Krämer Zug um Zug nach Geistingen. Der Großbrand an der Wehrstraße war erst am Donnerstag in den Morgenstunden gelöscht.

05.11.2004 - Schulplätze per Losverfahren
Tagesspiegel
38 000 Erstklässler müssen untergebracht werden – aber der Raum ist knapp - An Berlins Grundschulen wird es eng. Schon jetzt ist absehbar, dass nächstes Jahr nicht alle Erstklässler an den Schulen ihres Wohngebiets untergebracht werden können. Viele werden sich dafür einem Losverfahren unterziehen müssen. Denn da der Beginn der Schulpflicht auf fünfeinhalb Jahre vorgezogen wurde, müssen diesmal statt der üblichen 25 000 rund 38 000 Kinder eingeschult werden.

05.11.2004 - Lehrermangel ist doch nicht so schlimm
Tageszeitung
Im Regierungsbezirk Köln gehen mehr Kinder und Jugendliche zur Schule als im Vorjahr. Das erfordert mehr Lehrer. Der Regierungspräsident ist überzeugt, dass er alle Stellen besetzen kann und es zu keinem Unterrichtsausfall kommt. Im Regierungsbezirk Köln gibt es - im Gegensatz zum Bundestrend - genug Nachwuchs: Zum neuen Schuljahr stieg die Zahl der Schüler um über 3.000 auf nunmehr insgesamt 182.659.

05.11.2004 - Rößler ist weg
Spiegel
Sachsens Studenten sind ihren Lieblingsfeind los: Wissenschaftsminister Matthias Rößler (CDU) muss einem SPD-Nachfolger weichen. Doch sein umstrittenes Hochschul-Sparpaket bleibt. Das trübt die Sektlaune von Studentenvertretern gewaltig. Sie wollen ihrem Ärger nun in Karlsruhe Luft machen. In Dresden erfuhren gerade die Fraktionen von CDU und SPD die Details des Koalitionsvertrags, da brandete bei der Vollversammlung auf dem Leipziger Uni-Campus Jubel auf.

04.11.2004 - Der Gottesstaat im Westen
Telepolis
In den USA haben mit der Wiederwahl von Bush die christlichen Fundamentalisten ihre Macht demonstriert - Der Wahlsieg von Bush stand, zumindest von außen gesehen, auf Messers Schneide, zumindest haben vermutlich nur relativ wenig Menschen außerhalb der USA die Wiederwahl von Bush ersehnt. Allerdings blieb Kerry eher ein steifer Aristokrat neben dem oft jovial und burschikos wirkenden Bush, der nichts von einem Intellektuellen hat. Möglicherweise war das alleine schon ein Grund für den Erfolg.

03.11.2004 - Bush liegt bislang vorne
Telepolis
Noch ist nichts endgültig entschieden, doch selbst wenn Kerry noch gewinnen sollte, hätte er es schwer, da der Kongress weiterhin von den Republikanern dominiert wird - OSZE-Beobachter kritisieren das amerikanische Wahlsystem scharf - Es wurde als die wichtigste Wahl verkauft. Niemals hat eine Wahl mehr gekostete, um die Menschen anzustacheln, sich an der Wahl zu beteiligen.

02.11.2004 - Schüler malen, texten, zeigen Kultur
Westdeutsche Allgemeine
Ab morgen könnte sich ein Stückchen Alltag für die Schüler im Ruhrgebiet ändern. Denn morgen soll Post ankommen. Mit der KRASS-en Botschaft: Alle mal mitmachen beim Wettbewerb zur Kulturhauptstadt 2010. Ein Brief, der heute per E-Mail an 1750 Schulen geht, in der Regel beim Schulleiter landet und der ein Aufruf ist zu "K.R.A.S.S.!", zum "Kulturwettbewerb des Ruhrgebiets für Azubis, Schüler und Schulen". "Essen für das Ruhrgebiet" soll Kulturhauptstadt Europas 2010 werden.

02.11.2004 - Das Denken anknipsen
Tagesspiegel
Es war am Vorabend der 68er Revolte. Wir waren damals ein Haufen unbedarfter Mädchen, die sich dafür interessierten, wie sie an dem konservativen Mädchengymnasium den Mini-Rock durchsetzen können und ob die Beatles oder die Stones besser sind. Da konfrontierte uns eine Lehrerin im Geschichtsunterricht völlig unerwartet mit einer ethischen Frage, die sie aus dem Unterrichtsstoff ableitete – es ging um die Gerechtigkeit irgendeines Krieges

02.11.2004 - Umzug ins Ungewisse
Stern
In Berlin sollen die Horte von den Kitas an die Grundschulen verlagert werden. 60.000 Plätze sind von dem Umzug betroffen. Die Betreuung an den Grundschulen ist jedoch nicht gesichert. An den Kindertagesstätten und Schulen Berlins gärt es. Mit dicken Farbstiften krakeln kleine Kinder Protestplakate, Eltern gehen mit Wut im Bauch auf die Straße. Vor allem im Westteil Berlins zürnen die Eltern Schulsenator Klaus Böger (SPD).

02.11.2004 - Mann, das wird knapp
Spiegel
Mit Fleiß und Herz legen sich junge Amerikaner im US-Präsidentschaftswahlkampf ins Zeug. Auf die Helfer des demokratischen Herausforderers John Kerry wirkt Amtsinhaber George W. Bush wie ein Aufputschmittel. Mittendrin im Politgetümmel: deutsche Studenten. Eigentlich, sagt Alexander Randolph, sei John Kerry ja "eine personelle Notlösung". Viel lieber hätte der gebürtige Hamburger, der im kalifornischen Berkeley Politikwissenschaft studiert, den Irak-Kriegsgegner Howard Dean als Präsidentschaftskandidaten der amerikanischen Demokraten gesehen.

02.11.2004 - Schon Knirpse sollen Englisch lernen
Spiegel
Im Kindergarten und ab der ersten Klasse eine Fremdsprache, in der fünften Klasse dann die zweite Sprache - kleine Kinder sollen ein intensives "Sprachbad" nehmen, weil sie besonders aufnahmefähig sind, empfehlen Lernexperten. Bei Eltern ist die Nachfrage groß. Die Plätze in zweisprachigen Kindergärten reichen nicht. Strahlend zeigt die fünfjährige Zoé ihrer Englischlehrerin ein Blatt Papier, auf das sie einen gelben Schmetterling gemalt hat: "Look, a yellow butterfly."

02.11.2004 - Schüler suchen mehr Helfer
Westdeutsche Allgemeine
Essener Westen. In der Schule nichts verstanden? Macht nichts: In der Schülerschule warten Experten, die alles noch einmal erklären. Das kostenlose Angebot des Kinderschutzbundes nutzen rund 170 Schüler in Altendorf und Frohnhausen - Tendenz steigend. "Wir bräuchten viel mehr ehrenamtliche Mitarbeiter", sagt Hans-Jürgen Wobido besorgt. "Wir haben zurzeit einen starken Zulauf", erklärt der Mathelehrer. "Gerade in den Herbstferien waren deutlich mehr Schüler da als im vergangenen Jahr."

02.11.2004 - Der Generationswechsel ist verpasst
Tageszeitung
Der Essener Bildungsökonom Klaus Klemm wirft den Kultusministern vor, stets zu viele oder zu wenige Lehrer auszubilden. Berufsanfänger sind nach den altväterlichen Prinzipien der 70er-Jahre ausgebildet und müssten eigentlich sofort zur Weiterbildung. Der nächste "Schweinezyklus" steht bevor - taz: Herr Klemm, Sie gehen nachher wieder Pädagogen ausbilden. Können Sie den Lehrerstudenten in Ihren Seminaren eigentlich guten Gewissens den Job empfehlen?

02.11.2004 - Hamburg will 23 Schulen schließen
Norddeutscher Rundfunk
Die Hamburger Bildungsbehörde plant in den kommenden Jahren die Schließung von 23 allgemein bildenden Schulen. Das geht aus dem am Dienstag von Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig vorgestellten Schulentwicklungsplan bis 2015 hervor. "Mit den moderaten Veränderungen der Schullandschaft sichern wir die Zukunft der Bildung in Hamburg", sagte die parteilose Politikerin. Die Schließungen beträfen vor allem Schulen, die keine "gesunde Mindestgröße" mehr hätten.

02.11.2004 - Der Hochschul-Riese erwacht
Sueddeutsche Zeitung
Manche US-Universitäten wollen den europäischen Bachelor nicht anerkennen. Der Grund ist nicht zuletzt Angst vor der wachsenden Konkurrenz. Die Einladung klang viel versprechend. Es sei eine große Ehre teilzunehmen, an einer besonderen Veranstaltung zu Beginn des akademischen Jahres, am faculty day, an dem alle neuen Fakultätsmitglieder vom Präsidenten begrüßt und Professoren für herausragende Lehrleistungen ausgezeichnet würden.

02.11.2004 - Gestufte Ablehnung
Sueddeutsche Zeitung
Die Technischen Universitäten sind weiter gegen den Bachelor. Die Nachricht ereilte Peter Gaehtgens down under. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) war Ende Oktober mit Gefolge in Australien und Neuseeland unterwegs, um für die Bachelor- und Master-Studienabschlüsse an den deutschen Hochschulen zu werben. Seine Gastgeber hinterließen bei Gaehtgens den Eindruck, BA und MA made in Germany würden „voll akzeptiert“.

01.11.2004 - In jedem Traumhaus ein Herzschmerz
Frankfurter Allgemeine
Der Wagen rollt aus unter Ahorn und Ulmen. Auf einer breiten Straße, unbeparkt und menschenleer. Die Ulmen werfen Schatten, der Wind frischt auf, weht leicht in die Netze von Basketballkörben, die an Garagentoren hängen. Die Tore stehen offen, die Garagen sind leer, bis auf Werkzeug, Grillbesteck, Benzinkanister. Die Geländewagen aber sind ausgefahren, satt fuhren sie von Auffahrten, die mehr gebürstet als gefegt wirken.

01.11.2004 - 40 000 Kinder werden im nächsten Jahr eingeschult
Welt
Berlin - Heute beginnen die Tests - Das kommende Schuljahr wird in Berlin ein ganz besonderes. Nach den Sommerferien 2005 machen sich nämlich erstmals auch schon Fünfeinhalbjährige auf den Weg zur Schule. Berlin hat die Schulpflicht um ein halbes Jahr vorgezogen. Auf die Grundschulen kommt deshalb ein "Großjahrgang" zu. Statt 27 400 Erstkläßler wie in diesem Jahr werden dann etwa 40 000 Anfänger im Alter von fünfeinhalb bis sieben Jahren die Schulen stürmen.

01.11.2004 - Sorin Gheorghe - Leiter einer Lebensschule
Neue Zürcher Zeitung
«Geld?» Er schmunzelt. Geld ist das Letzte, worüber dieser Mann mit dem Gesicht eines Knaben sprechen möchte. Geld und Politik. Diese beiden Themen meidet Sorin Gheorghe im Gespräch, weil er ihnen zutiefst misstraut, aus Erfahrung. Politik: Der 33-jährige Sozialarbeiter, der in Bukarest die erste Wohngemeinschaft für Strassenkinder eröffnet hat, weiss sich mit der Macht zu arrangieren. Geld? Gheorghe wuchs in Rumänien auf, damit ist auch diese Frage beantwortet. Geld ist, was fehlt, immer.


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